Gunzenhausen - Die gepflanzten Bäume und Sträucher seien nur wenig hilfreich, um die Artenvielfalt zu erhalten und die Flächen wurden zu stark versiegelt: Laut der Grünen-Fraktion ist der neue Klimaplatz in Gunzenhausen mehr Schein als Sein.
08.12.2025 15:00 Uhr

Die Grüne Fraktion im Stadtrat Gunzenhausen begrüße zwar das Anliegen der Stadt Gunzenhausen, ein Zeichen für Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität zu setzen. Jedoch hat sie paar Kritikpunkte am neuen Klimaplatz, die sie in einer Pressemitteilung vom Sonntag erläuterte. Bei genauer Betrachtung zeige sich, dass der Platz in der Waagstraße das Klimaziel bislang überwiegend symbolisch erfüllt und nur begrenzt klimatisch wirksam sei.

Wohl wissend, dass derzeit Winter ist und viele Pflanzen erst im Frühjahr austreiben werden, werde dennoch deutlich, dass die umfangreichen Pflastersteine die Fläche stark versiegeln und kaum zur Abkühlung beitragen. Der eingebaute Wasserlauf sei zwar als Gestaltungselement sichtbar, doch in seiner schmalen und technisch geführten Form jedoch wenig geeignet, die Temperaturentwicklung im Sommer spürbar zu beeinflussen. Auch die bisherige Bepflanzung ließe bislang keinen Grünraum erkennen, der ökologische Funktionen erfüllt oder zu einer messbaren Verbesserung des Mikroklimas beiträgt.

Barrierefreiheit ja, zu viel Versiegelung nein

Ein wesentlicher Punkt der Kritik betrifft die Menge der Hartflächen. „Barrierefreie Wege sind selbstverständlich notwendig – doch über diese funktionalen Bereiche hinaus wurde deutlich mehr Pflaster verbaut, als für einen klimawirksamen Platz sinnvoll wäre“, so der Standpunkt der Grünen. Auch die Verwendung von Ökopflaster ändere daran wenig: Zwar ließe es Regenwasser versickern, doch als Material bleibe es eine Steinfläche, die sich im Sommer aufheizt und keine ökologische Wirkung entfalten könne.

Die gesetzten Ligusterpflanzungen gelten darüber hinaus als ökologisch wenig wertvoll, da sie nur wenigen Insektenarten Nahrung bieten und kaum zur Förderung der Biodiversität beitragen. Unter einem der neu gepflanzten Bäume wurde zudem großzügig Lavamulch eingesetzt. Mineralischer Mulch kann sich stark erhitzen und eignet sich unter Laubbäumen nur bedingt, da er die natürliche Entwicklung eines lebendigen Oberbodens behindert, führt die Fraktion aus.

Zwar wurden einige schattenspendende Bäume gesetzt, deren positive Wirkung werde sich aber erst mittel- bis langfristig entfalten. Insgesamt bleibe der Eindruck bestehen, dass der Platz stärker auf ästhetische Wirkung und Symbolik ausgerichtet sei als auf echte klimatische Funktion. Für einen „Klimaplatz“ wären deutlich mehr naturnahe Vegetationsflächen, insektenfreundliche Pflanzen und ein ökologisch integrierter Wasserlauf notwendig gewesen, der spürbare Kühlung erzeugt, so die Grünen.