Gunzenhausen - Der Klimawandel zeigt es deutlich: Grüne Rückzugsorte inmitten der asphaltierten Städte werden immer wichtiger - auch in Gunzenhausen. Die Verwaltung hat deshalb an der Waagstraße einen Klimaplatz geschaffen. Das bietet der neue Begegnungspark.
08.12.2025 12:00 Uhr

Wasserlauf, Bänke, Bäume und ein Trinkbrunnen: Der neue Klimaplatz im Herzen Gunzenhausens ist eröffnet. Das teilt die Stadtverwaltung mit.

Der menschliche Organismus könne sich nur schwer an die steigenden Temperaturen gewöhnen. An heißen Tagen braucht es daher kühle Orte zur Regeneration, heißt es weiter. Gerade in eng bebauten Stadtzentren staut sich die Hitze - hier können klug angelegte Grünzonen für Erleichterung sorgen.

Die Stadt Gunzenhausen beschäftigt sich schon lange mit diesen städtebaulichen Herausforderungen und reagiert, wo immer möglich, auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen, schreibt die Verwaltung. Nun hat sie an der Waagstraße hinter dem Stadtmuseum einen Klimaplatz eröffnet, der als neuer Park im Herzen der Innenstadt nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Platz der Begegnung und Erinnerung sein soll.

„Zeichen für zukunftsorientierte Stadtplanung“: Die Stadt verzichtet zugunsten von Grünraum auf einige PKW-Stellplätze

„Mit diesem Klimaplatz haben wir ein deutliches Zeichen für eine zukunftsorientierte Stadtplanung gesetzt“, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz bei der Eröffnung. „Wir haben nicht nur einen grünen Erholungsraum, sondern auch einen Ort der Begegnung und Integration geschaffen. Der Verzicht auf wenige PKW-Parkplätze zugunsten von Grünflächen zeigt, dass wir den Fokus auf Lebensqualität und Umweltschutz legen.“

Der neue Klimaplatz wurde gemeinschaftlich vom Stadtbauamt und dem Landschaftsplanungsbüro Ermisch & Partner geplant und umgesetzt. Er zeichnet sich durch verschiedene Gestaltungselemente aus. So gibt es etwa Gräser, Sträucher und Bäume, einen Wasserlauf und einen öffentlichen Trinkbrunnen, dazu Sitzgelegenheiten und wasserdurchlässige Gehwege.

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Projektleiter Markus Keil, Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Landschaftsplanerin Lucia Ermisch und Stadtbaumeister Max Pelczer (von links) freuen sich über die Eröffnung des neuen Klimaplatzes. © Manuel Grosser/Stadt Gun

„Die Bepflanzung ist natürliches Kühlelement und das Wasser sorgt für Erfrischung“, sagte Stadtbaumeister Max Pelczer. „Dazu haben wir ausreichend Raum für Begegnung inmitten einer urbanen Umgebung geschaffen.“ Die Maßnahme trage dazu bei, das Stadtbild zu verbessern und die Biodiversität zu fördern.

Der Platz dient als Verkehrs-, Kommunikations- und Erholungsraum. Die offizielle Einweihung des Parks ist für das Frühjahr 2026 geplant. Die Kosten belaufen sich laut Verwaltung auf rund 470.000 Euro, wovon rund 80 Prozent durch die Bayerische Staatsregierung gefördert werden. Saniert wurde zeitgleich die dem Klimaplatz zugewandte Rückwand des Stadtmuseums. Diese zeigt mittig das kunstvoll verzierte Fenster, das die Stadt 1924 zu Ehren der 1100-Jahr-Feierlichkeiten eingeweiht hatte.

Der Klimaplatz trägt die Handschrift von Landschaftsplanerin Lucia Ermisch. Mit ihr zusammen wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte im Stadtgebiet umgesetzt, darunter der Mehrgenerationenspielplatz „Platz für Alle“ und die Neugestaltung des Stadthallenvorplatzes. Projektleiter für die Stadt war Markus Keil vom Stadtbauamt.

Der Klimaplatz ist nicht nur eine grüne Oase, sondern auch ein Ort des Innehaltens und der Erinnerung. Denn die Stadt hat sich zum Erhalt ihrer jüdischen Vergangenheit verpflichtet, heißt es weiter. In Richtung Rathausstraße, am Rande des Platzes, wurden zahlreiche Steine integriert, die vor Jahrzehnten in einem jüdischen Gebäude verbaut waren. Diese bewahren als steinerne Zeugen die Geschichte und geben dem Klimaplatz die Aufgabe, auch Plattform für Erinnerungsarbeit zu sein. Der Ort ist passend gewählt, stand an Ort und Stelle doch einst eine Synagoge, schreibt die Verwaltung.