
„Totgeglaubte leben länger – Die Linke ist wieder auf Kurs.“ So meldete sich die Partei mit einer Pressemitteilung zu Wort, in der sie ihre Kandidatinnen und Kandidaten benennt. Mit ihrer Überschrift „Still Alive“ beziehen sie sich auf einen Artikel im Weißenburger Tagblatt vom März, der den „Niedergang der Weißenburger Linken“, so die Überschrift, verkündet hatte.
„Entgegen der Annahme des Weißenburger Tagblatts, Die Linke sei Vergangenheit, ist sie wieder voll auf Kurs“, heißt es nun in der Pressemitteilung. Im Artikel war es darum gegangen, dass sich der Ortsverband der Linken in Weißenburg aufgelöst hatte. Am Ende hätte es nur noch zwei Aktive gegeben, wird Kreissprecherin Dagmar Eisen damals zitiert.
„Aktiver als je zuvor“
Es habe ein Weilchen gedauert, aber inzwischen sei der Ortsverband „aktiver als je zuvor“, heißt es nun in der überraschenden Pressemitteilung. Die Mitgliederzahlen steigen, heißt es weiter, was der Ortsverband darauf zurückführt, dass „die Situation der Leute“ in der letzten Zeit nicht einfacher geworden sei.
„Dass die Schere zwischen extremem Reichtum und der restlichen Bevölkerung stetig wächst, ist längst kein Geheimnis mehr“, schreibt der Ortsverband. Die Linke sei die einzige Partei, die sich mit großem Nachdruck dafür einsetzte, dass Milliardäre angemessen an der Funktionalität des Staats beteiligt werden.
Die Kandidatinnen und Kandidaten
Etwas versteckt in der Pressemitteilung ist noch folgender Satz zu finden: „Es wird auch wieder eine Kandidatur für das Bürgermeisteramt geben.“ Bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2020 war Eva Sieland-Hirschmann als erste weibliche Kandidatin für das Amt des Weißenburger Stadtoberhaupts angetreten. Neben Tobias Kamm (CSU) und dem Wahlsieger Jürgen Schröppel (SPD) kam sie beim ersten Durchgang auf 4,4 Prozent.
Die verrentete Arzthelferin ist nun auch wieder auf Listenplatz eins zu finden, was durchaus einen Hinweis auf eine mögliche erneute Kandidatur gibt. Auf Listenplatz zwei folgt Kreissprecherin Dagmar Eisen. Johannes Jordan, Zimmerer, steht auf Platz drei, ihm folgt Frank Steinmann, Pflegefachkraft. Listenplatz fünf belegt Birgit Stillich, Reinigungskraft. Auf den letzten drei nötigen Plätzen stehen Christof Schöffel, Arbeiter, Jasmin Dietrich, Näherin, und Joachim Sieland, verrenteter Kaufmann.
Kommt die Renaissance?
Während vor wenigen Monaten eine linke Renaissance in Weißenburg noch wenig wahrscheinlich schien, setzt die Partei nun doch ein recht deutliches Zeichen einer möglichen Rückkehr in die hiesige Kommunalpolitik. Vielleicht ist die Erfolgswelle nach der Bundestagswahl im Februar inklusive Heidi-Reichinnek-Faktor etwas später nach Weißenburg geschwappt. Nachdem Stadtrat Victor Rother und Kreisrat Felix Goldhorn im Oktober 2020 aus der Partei ausgetreten waren, war die Linke seitdem nicht mehr in den beiden Kommunalgremien vertreten.
Mit dem noch nicht benannten Namen der Linken treten bei der Kommunalwahl im März nun vier Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in Weißenburg an. Bislang sind die Kandidatinnen und Kandidaten von CSU, AfD und SPD namentlich bekannt. Ob es eine fünfte Bewerberin oder einen Bewerber gibt, ist aktuell mehr als fraglich.



1 Kommentar
BlingBlingBlang
Es gibt immer noch Linkswähler?
22.11.2025 12:55 Uhr