Fürth - Große regionale Unterschiede gibt es laut einer Wohnstudie der Sparda-Banken bei den Immobilienpreisen. Fürth bekommt im Städtevergleich sehr gute Zensuren.
12.11.2025 11:00 Uhr

Die Immobilienpreise in Nordbayern steigen in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent leicht an, dennoch bleibt der Erwerb von Wohneigentum in der Region attraktiv: Das geht aus der bundesweiten Studie „Wohnen in Deutschland 2025“ hervor, die die Gruppe der Sparda-Banken nun veröffentlicht hat. Sie betreibt derzeit 13 Filialen in Nordbayern, eine davon in Fürths Neuer Mitte.

Die Untersuchung des Wohnimmobilienmarktes entstand in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD). Im Rahmen der Studie wurden für Nordbayern elf kreisfreie Städte und 23 Landkreise betrachtet. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohneigentum liegt demnach regional mit 2860 Euro weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt (3081 Euro) und auch deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt (4183 Euro). Absoluter Spitzenreiter ist bundesweit nach wie vor München mit fast 8500 Euro pro Quadratmeter.

In Nordbayern gibt es regional große Unterschiede bei den Immobilienpreisen

Bei vergleichsweise günstigen Preisen in Nordbayern gibt es laut der Studie regional dennoch große Unterschiede. Wenig überraschend ist, dass zum Beispiel das eigene Zuhause in den Städten fast ausnahmslos teurer ist als im Umland. Fürth biete „ein nahezu optimales Preis-Leistungs-Verhältnis, was städtische Immobilienpreise angeht“, heißt es: Hier gebe es den Quadratmeter bereits für durchschnittlich 3522 Euro. Die Nachbarstadt Erlangen bleibt im nordbayerischen Regionalvergleich weiterhin preislich führend mit Quadratmeterkosten von 4091 Euro - gleich gefolgt von der unterfränkischen Mainmetropole Würzburg (3965 Euro/m2).

Verglichen mit den beiden Spitzenreitern lebe es sich in Fürths direkter Nachbarstadt Nürnberg mit durchschnittlich 3750 Euro/m2 im Eigentum ebenfalls noch relativ günstig. Betrachtet man die Altersgruppen, dann zieht es der Studie zufolge vor allem 18- bis 29-Jährige in die fränkischen Städte. Die Universitätsstadt Erlangen ist unter den Jüngeren am beliebtesten, auf sie folgt Nürnberg. Fürth liegt im Regionalvergleich auf Platz acht.

Deutlich höher liegt die Preissteigerung bei Wohneigentum im Landkreis Fürth

Wer bereit sei, zum Arbeiten oder zum Studieren vom Land in die Städte zu pendeln, der könne in den meisten untersuchten Regionen günstigere Immobilien im unmittelbaren Umland erwerben. Für den Landkreis Fürth gilt das allerdings nicht: Mit durchschnittlich 3679 Euro ist der Quadratmeterpreis für ein Eigenheim hier sogar etwas über dem der Kleeblattstadt.

In der Langzeitbetrachtung liegt die durchschnittliche Preissteigerung für Wohneigentum im Bestand in Nordbayern von 2012 bis 2025 der Expertise zufolge bei 106,1 Prozent. Gegenüber 2024 verzeichnen die Statistiker für Franken im Frühjahr 2025 einen moderaten Anstieg von drei Prozent (Bundesschnitt 2,3 Prozent). In der Kleeblattstadt selbst haben sich die Preise seit dem Vorjahr hingegen nur um etwa 1,8 Prozent erhöht. Deutlich darüber liegt die Preissteigerung von 3,8 Prozent im Landkreis Fürth.

Dass die Investition in eine Immobilie grundsätzlich einen beträchtlichen Teil des Einkommens beansprucht, belegt ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Wer demnach in Fürth eine durchschnittliche Immobilie mit 117 Quadratmetern Fläche erwerben will, muss dafür derzeit rund 7,4 Netto-Jahreshaushaltseinkommeneinsetzen. Das liegt über dem bundesdeutschen Schnitt von 6,4 und auch über dem Schnitt der gesamten Region.

Auch künftig wird von einem steigenden Bedarf an Wohnraum ausgegangen: Fürth verzeichnet laut Statistik die höchste Veränderung der Einwohnerzahl in der Region: Zwischen 2012 und 2023 stieg sie um 11,3 Prozent. Und: Die Sparda-Untersuchung sagt für Fürth bis 2040 erneut einen vergleichsweise hohen Bevölkerungszuwachs von 5,4 Prozent voraus. Zum Vergleich: Für Erlangen geht man von etwa drei Prozent bis 2040 aus, für Nürnberg von rund 2,5 Prozent.

Bis 2030 ist laut Sparda-Wohnstudie für Fürth außerdem mit einem Neubaubedarf von 36,9 Wohnungen pro 10.000 Einwohner jährlich zu rechnen. Im Landkreis Fürth liegt der zu erwartende Bedarf mit 34,3 Wohnungen je 10.000 Einwohner etwas niedriger. In der bundesweiten Wohnbau-Studie geben gleichzeitig drei Viertel der befragten Menschen an, sich eine eigene Immobilie zu wünschen. Dennoch bleibe die Eigenheimquote deutschlandweit weiter hinter dem Bedarf zurück.

Stefan Schindler, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg, sieht diese seit Jahren schleppende Entwicklung kritisch: Die eigene Immobilie sei „nicht nur deshalb attraktiv, weil sie selbstbestimmtes Wohnen ermöglicht. Sie bildet eine zentrale Säule für Vermögensaufbau und Altersvorsorge.“ Daher sei Wohnbau eine „wichtige soziale Herausforderung, für die dringend motivierende Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen“, mahnt Schindler.