
Vom Haushalts-Shutdown in den USA sind auch in Deutschland stationierte US-Soldaten betroffen: Der seit dem 1. Oktober andauernde Haushaltsstreit in den USA hat erhebliche Auswirkungen auf rund 37.000 US-Soldaten, die in Deutschland stationiert sind, unter anderem in Bayern auf den Stützpunkten Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch-Partenkirchen. Der längste Shutdown der US-Geschichte hat dazu geführt, dass Staatsbedienstete - darunter auch Soldaten - keinen oder nur eingeschränkten Lohn erhalten.
Die US Army Garrison Bavaria veröffentlichte auf ihrer offiziellen Internetseite einen Ratgeber mit Empfehlungen für betroffene Soldaten, zu denen unter anderem auch der Gang zu deutschen Wohltätigkeitseinrichtungen wie der Tafel gehörte. Neben Hinweisen zu Krediten und Sozialleistungen wurden auch Initiativen wie Foodsharing empfohlen. Diese brisante Empfehlung wurde nach öffentlicher Kritik von der Internetseite wieder entfernt.
Zu der Situation sagte die Tafel Amberg auf Nachfrage des Online-Portals News5: „Wir haben eigentlich mit Verwunderung reagiert, nachdem vor drei Wochen ein Soldat aus Grafenwöhr bei uns angerufen hat und gesagt hat, er bekommt durch den Staat keine Lebensmittel und auch kein Essen mehr - ob er zu uns kommen könne. Daraufhin haben wir ihm geantwortet, dass er zu uns kommen kann. Aber wenn er jetzt noch mit mehr Leuten kommt, dann kann es schon ein Problem für uns werden.“
Die Tafel bestätigte einen deutlichen Anstieg der Nachfrage durch die aktuelle Lage: „Wir haben vergangenen Dienstag 380 Personen gehabt in einer Ausgabe. Das ist schon etwas über dem Normwert, den wir in der Vergangenheit hatten. 390 oder 395 wären machbar, aber mehr nicht.“ Auch wurde die Herausforderungen betont, die die ehrenamtlichen Helfer zu bewältigen haben: „Wir haben 85 ehrenamtliche Helfer. Wir wären dankbar, wenn wir mal eine Konstanz hätten und wenn nicht immer wieder von außen Einflüsse kommen, die uns beeinträchtigen.“
Mehrfache Nachfragen der Redaktion bei der Pressestelle der US-Army in Grafenwöhr blieben bislang unbeantwortet.


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