Erlangen/Landkreis Erlangen-Höchstadt - Erlangen ist ein teures Pflaster. Im Vergleich zu anderen Städten schraubten sich Mieten und Wohnungspreise am stärksten in die Höhe. Zahlen eines Immobilienmaklers zeigen einen deutlichen Trend - in einem bestimmten Sektor des Wohnungsmarkts.
04.11.2025 10:20 Uhr

Kleine Wohnungen sind bei Käufern zunehmend gefragt, besonders in Städten mit Universität. Erlangen liegt hier an der Spitze. Zu diesem Ergebnis kommt der Immobilienmakler Von Poll, der den bundesweiten Wohnungsmarkt speziell der kleinen und mittleren Universitätsstädte analysiert hat. Im Fokus standen Apartments mit kleinerer Fläche.

Für Eigentumswohnungen bis 40 Quadratmeter lägen in 28 von 46 untersuchten Universitätsstädten die Preise über dem Durchschnittspreis des jeweiligen Orts, während die Mieten kleiner Wohneinheiten sogar in 44 von 46 Städten über dem Ortsdurchschnitt lagen.

Kleine Wohnungen: Erlangen ist die teuerste Universitätsstadt in Deutschland

Der durchschnittliche Kaufpreis von kleineren Wohnungen steigt. Erlangen ist bei Wohnungen bis 40 Quadratmeter laut Von-Poll-Zahlen das teuerste Pflaster unter den deutschen Uni-Städten: 6338 Euro betrug im Schnitt der Quadratmeterpreis für diese Wohnungsklasse in der Hugenottenstadt im ersten Halbjahr 2025.

Auf Platz zwei landet Regensburg mit durchschnittlich 5686 Euro und auf Platz drei Freiburg mit 5676 Euro pro Quadratmeter. Bamberg landet auf Platz zehn mit einem Quadratmeterpreis von 4773 Euro für Wohnungen bis 40 Quadratmeter und verzeichnet eine viel geringere Preissteigerung von nur 3,7 Prozent seit 2024; Bayreuth belegt Platz 20 mit 3876 Euro (plus 5,1 Prozent).

Erlangen ist Spitzenreiter bei der Verteuerung von Kaufpreisen kleiner Apartments

Auch bei der Verteuerung liegt Erlangen unter allen 46 Uni-Städten ganz vorne: Um 13,5 Prozent sei der Quadratmeterpreis vom ersten Halbjahr 2024 bis zum ersten Halbjahr 2025 gestiegen.

Die Mieten für kleinere Wohnungen hat Von Poll ebenfalls analysiert. Hier sei Freiburg mit durchschnittlich 20,81 Euro pro Quadratmeter Spitzenreiter. Erlangen liegt dicht dahinter mit durchschnittlich 19,14 Euro Miete pro Quadratmeter. In Bamberg sind es 14,49, in Bayreuth 13,86 Euro. Erlangen belegt laut Von Poll auch den mit Abstand größten Zuwachs bei den Mietpreisen: Plus 11,5 Prozent waren es innerhalb eines Jahres. In Bamberg waren es plus 5,9, in Bayreuth plus drei Prozent. Die günstigste Uni-Stadt bei den Kleinwohnungsmieten ist Chemnitz mit 6,20 Euro. Der Kaufpreis kleiner Apartments liegt hier im Schnitt bei 1129 Euro.

Weltkonzerne, Uni, Single-Haushalte

Hauptgründe für die sehr hohe Wohnungsnachfrage seien die Weltkonzerne sowie die Universität, wird Matthias Gebhardt, Von-Poll-Geschäftsstelleninhaber in Erlangen, Forchheim und Herzogenaurach, in einer Pressemitteilung zitiert. „Dabei haben sich die Preise in allen Segmenten seit 2023 erholt und sind sogar schon wieder leicht gestiegen. Das Angebot ist etwas zurückgegangen“, so Gebhardt. Der Bedarf an kleineren Wohneinheiten sei nicht nur wegen der Studierenden hoch. „Auch bei Berufseinsteigern und Doktoranden sind kleine Eigentumswohnungen gefragt“, so Gebhardt. Zudem nehme die Zahl der Single-Haushalte weiter zu.