
Seit 2008 sitzt Wolfgang Nierhoff im Pegnitzer Stadtrat, 2014 wurde er zum zweiten Bürgermeister gewählt, bei der vergangenen Kommunalwahl 2020 gewann er mit 61,44 Prozent deutlich in einer Stichwahl gegen den CSU-Bewerber Werner Lappat. Warum tritt er an? „Ich brenne für die Stadt Pegnitz und ihre Belange, mache das gerne“, sagt Nierhoff, „ich bin Bürgermeister für alle und behandele auch alle gleich.“
Der 55-Jährige hat in Pegnitz Abitur und bei den Gebirgsjägern in Mittenwald den Grundwehrdienst gemacht. Nach einem Praktikum im Betreuungsdienst bei der Caritas folgte ein Studium der Pädagogik, Philosophie und Theologie in Bayreuth, das er mit dem Magister abschloss. Eine mehrjährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Allgemeine Pädagogik folgte. Dann gründete Nierhoff eine Schule für Schülernachhilfe und Erwachsenenbildung, war als Nachhilfelehrer selbstständig tätig. Ehrenamtlich war er über 40 Jahre in verschiedenen Bereichen aktiv.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung
Er habe die Herausforderung des Bürgermeisteramtes gerne angenommen, die ja in der schwierigen Corona-Zeit begonnen hatte. „Wir mussten einiges stemmen, bis es ins Laufen kam“, erinnert er sich, „es war anspruchsvoll, allen gerecht zu werden.“ Ein großes Lob spricht er seiner Verwaltung aus, mit der die Zusammenarbeit sehr gut und vertrauensvoll laufe. In den letzten Jahren habe er die Projekte, die er sich vorgenommen hatte, umsetzen oder ins Laufen bringen können, sagt er. Ja, es habe auch Meinungsverschiedenheiten gegeben, das hätte er vorher so nicht gedacht, manchmal auch auf drastische Art und Weise. Wichtig war und ist ihm nach wie vor die Bürgernähe. „Ich will als Bürgermeister greifbar sein.“ Ein Grund, warum man ihn fast immer noch laufend zu Terminen im Stadtgebiet sieht. Er sei ein Kämpfer für die Stadt, aber man könne „nur gemeinsam überleben“.
Welche Projekte konnte er umsetzen? Nierhoff nennt den massiven Schuldenabbau, Gewerbesteuereinnahmen, die er in der Corona-Zeit an Land gezogen hat, den Ausbau des Glasfasernetzes, die Schaffung von Baugebieten, den Mehrgenerationenpark im Wiesweihergelände, den Tierlehrpfad am Schlossberg und die Verpachtung des Biergartens. Ein großes Ereignis sei die BR-Radltour gewesen, die 2024 in Pegnitz Station machte. „Das war ein Erfolg für die ganze Region.“ Auch das Wirtschaftsband A 9/Fränkische Schweiz, ei dem er Vorsitzender und Pegnitz die größte Mitgliedskommune ist, wurde auf Vordermann gebracht, was mehrere Bundes- und Landespreise zeigen würden, sagt er. Hier und auch bei vielen anderen Themen helfe seine gute Vernetzung nach Bayreuth, München und Berlin. „Das kommt alles Pegnitz zugute.“ So auch bei der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale, wo er federführend mit beteiligt ist. Auch in der aktuellen Situation mit der Sperrung der Strecke von Pegnitz nach Nürnberg. „Vielleicht können wir aus der Not eine Tugend machen und die Elektrifizierung vorantreiben.“
Partnerschaft mit US Army in Grafenwöhr ist ihm wichtig
Wichtig sei ihm auch die gute Partnerschaft mit der US-Army in Grafenwöhr und er nennt die Gedenkfeiern an der Fischelhöhe zur Erinnerung an den Hubschrauberabsturz 1971. „Wir fühlen uns miteinander verbunden.“ Nierhoff hebt auch die hohen Sätze bei der Konsolidierung hervor, die Pegnitz bekommen hat, seit 2020 knapp 12,5 Millionen Stabilisierungshilfe. Trotzdem gehe es manchmal auch an den Geldbeutel der Bürger. „Das kommunizieren wir auch nach draußen“, sagt er. Dafür bitte er um Verständnis, mitzumachen. „Früher wurde viel nicht gemacht, aber manchmal muss man in den sauren Apfel beißen“, so Nierhoff, ein ehrlicher Umgang sei ihm wichtig. Die Stadt sei wegen der Konsolidierung zum Sparen bei den freiwilligen Leistungen angehalten.
Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch die Jugend und er nennt aktuell das Entstehen der Jugendräume im alten Feuerwehrhaus mit einer Spende der Timken-Foundation sowie die Trägerschaft, die Systep für die Jugendpflege übernommen hat. „Die Jugend war bei dem Thema beteiligt“, sagt er, „ich hole die Leute mit ins Boot.“ Weiter zählt der Bürgermeister noch die Wärmenetzplanung, das Abgreifen von Fördermitteln der RZWas und den steuerlichen Querverbund, für den es erst kürzlich die Zustimmung vom Finanzamt gab, auf. Nierhoff erwähnt die ausgeführten und angestoßenen Dorferneuerungen, die Unterstützung der Feuerwehren und den Radweg von Pegnitz nach Willenreuth, wo seit 20 Jahren die Verhandlungen laufen. „Ich hoffe, dass da heuer noch der Spatenstich ist.“
Guter Standort für das Riz
Nierhoff nennt die Hochschule für den öffentlichen Dienst, die von Starnberg nach Pegnitz auf das ehemalige Pep-Gelände verlagert wird. „Das wurde 2015 schon angestoßen, aber die Hauptarbeit war 2020, als wir einen weiteren Standort gebracht haben.“ Auch was die Bayerische Verwaltungsschule angeht, liege Pegnitz gut im Rennen und man forciere hier eine Nachnutzung der Hotelfachschule. „Wir wollten die nicht schließen, aber die Schülerzahlen waren einfach zu niedrig.“
Mit dem Bahnhofsgebäude hat man sich um eine Außenstelle des Riz – Regionales Innovations- und Gründerzentrum von Stadt und Kreis Bayreuth – beworben, weil es ein guter Standort mit viel Infrastruktur und großen Unternehmen sei. Ebenso gehe man jetzt die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes an. Am Herzen liege ihm die Belebung der Innenstadt. „Ich kann keine Einzelhändler suchen, aber Vermittlungsarbeit leisten.“ Der Bürgermeister erwähnt auch noch den geplanten Verkauf der Wohnungen in der Blumenstraße. „Das ist kein originärer sozialer Wohnungsbau, ich will, dass die Leute dort wohnen bleiben können.“ Ein privater Investor wäre besser, es laufen Gespräche im Hinblick auf das Genossenschaftsmodell.
Was hat er noch vor, sollte er wiedergewählt werden? „Die Ziele, die ich mit der Pegnitzer Gemeinschaft erarbeitet habe, umsetzen, die Finanzen weiter verbessern, die Wirtschaft fördern, den Tourismus stärken, Übernachtungsmöglichkeiten schaffen, das Cabriosol weiter am Leben erhalten.“ Und er würde gerne noch die Hochschule für den öffentlichen Dienst und möglichst auch die Bayerische Verwaltungsschule mit einweihen. Er brenne für die Stadt, wiederholt er.
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