
Die Meldung haben sie etwas versteckt auf ihrer Homepage, dabei waren es doch vordergründig gute Nachrichten, die der 1. FC Nürnberg da am späten Donnerstagnachmittag auf seiner Homepage präsentierte: Seit dem 1. Juli hat der finanziell schwache Club einen neuen Sponsor.
Trotzdem fand man die Meldung erst, nachdem man sich über den Start des Dauerkartenverkaufs und die Terminierung der ersten Spieltage der neuen Zweitligasaison informiert hatte. Dann aber: „Saab-Deutschland wird Premiumpartner des FCN“.
Eine „wertvolle Verbindung“ mit dem 1. FC Nürnberg
So viel Zurückhaltung kennt man vom 1. FC Nürnberg eigentlich nicht, zumal man gerade einigermaßen große Schwierigkeiten hat, einen neuen Hauptsponsor zu finden, nachdem sich die Nürnberger Versicherung verabschiedet hat.
Also: Saab-Deutschland wird Premiumpartner des FCN. Das fühlbare Unbehagen könnte damit zusammenhängen, dass Saab nicht mehr der Automobil-Produzent aus Schweden ist. Sondern: ein Rüstungsunternehmen. Oder, wie es der 1. FC Nürnberg formuliert: „Saab ist ein führendes Technologieunternehmen im Bereich Verteidigung und Sicherheit mit Hauptsitz in Schweden.“
Saab liefert Waffen in Kriege. Beim 1. FC Nürnberg ist das kein Ausschlusskriterium für eine Zusammenarbeit. Im Gegenteil. Dirk Schlünz, der Chef der Vermarktung, lässt sich so zitieren: „Unsere Partnerschaft mit Saab beruht auf gemeinsamen Werten: Verantwortung, Verlässlichkeit und Engagement für eine offene Gesellschaft. In einer Welt voller Herausforderungen ist Sicherheit ein wichtiges Fundament und die Basis für ein freies, solidarisches Miteinander – auf und neben dem Platz. Wir freuen uns, mit Saab einen Partner an unserer Seite zu wissen, der diesen Weg mit uns geht und unsere gesellschaftliche Arbeit unterstützt.“
Der Club teilt also die Werte eines Unternehmens, das sein Geld mit bewaffneten Konflikten verdient. Eine mindestens interessante Argumentation.
Bei Saab, deren größter Standort in Deutschland Nürnberg ist, freut man sich ebenfalls über die Zusammenarbeit mit dem Club - und betont ebenfalls die schwer zu fassenden Werte. „Als starke Marke mit langjähriger Tradition und klarer gesellschaftlicher Verantwortung sehen wir in der Partnerschaft mit dem 1. FC Nürnberg eine wertvolle Verbindung gemeinsamer Werte und regionaler Verbundenheit“, darf Anders Sjöberg sagen, der CEO von Saab Deutschland.
Wie genau die Zusammenarbeit aussieht, wird auch noch aufgeführt. Neben „Hospitality-Rechten und Bandenwerbung im Max-Morlock-Stadion wird Saab Deutschland die Eckbälle präsentieren“. Die Zweikampfstatistik war ihnen dann vielleicht doch etwas zu zynisch.
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2 Kommentare
Herr Hubert
Lieber Fadi,
Danke für diesen Kommentar. Du sprichst mir aus der Seele.
Seit Areva der schlimmste Tiefpunkt bei den Sponsoren.
Ich war dieses Jahr eh schon am Hadern mit der Dauerkarten Verlängerung, wie eigentlich jede Saison seit Corona. Das hätte tatsächlich bei mir den Ausschlag gegeben, der schleichenden Entfremdung endlich Taten folgen zu lassen.
Wegen solchen Nummern ist der Nachhaltigkeitsbegriff mittlerweile eigentlich ne Red Flag geworden. Der Vertrag mit Lammsbräu/Now war halt doch nur Greenwashing.
Wenigstens einer die anständige Seite der DoppelMoral hier bei „der Presse™“ hochhält :D
05.07.2025 18:26 Uhr