
Der Protest richtet sich gegen den längst beschlossenen, aber durch Klagen lange blockierten Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg. Zwischen Eberhardshof und Gibitzenhof sollen Anwohner vor Lärm besser geschützt und die Fahrbahn an den bisherigen Kreuzungen mit der Rothenburger und der Schwabacher Straße sowie An den Rampen in ein Tunnel verlegt werden.
Das Vorhaben wird von Umweltschützern energisch bekämpft; Aktivisten von Extinction Rebellion Nürnberg haben deshalb zu der mobilen Kundgebung auf Rädern aufgerufen. "Gegen die Fehlinvestition von Hunderten Millionen Euro Steuergeld" beteiligen sich der Bund Naturschutz und die Initiative "Nürnberg autofrei". Startpunkt war um 17 Uhr am Opernhaus; am Ring entlang ging es über den Plärrer und durch die Rothenburger Straße zum Frankenschnellwegs. Hier soll die "Cycling Rebellion Sonderedition" über zwei Runden Richtung Jansenbrücke und zurück führen. Laut Polizei beteiligten sich gut 120 Radlerinnen und Radler. Der Frankenschnellweg ist inzwischen wieder komplett frei.
Weil die CSU und SPD in Nürnberg "den Ausbau des Frankenschnellwegs nun zügig umsetzen" wollten, werde die Verkehrswende verpasst, beklagen die Aktivisten und prangern an, dass "für das Wahnsinnsprojekt eine Milliarde draufgehen" werde. Nachdrücklich fordern sie den Stadtrat auf, der verlockenden 80-Prozent-Zusage von Ministerpräsident Markus Söder zu widerstehen. Statt dessen solle die Stadt eine "fachlich qualifizierte Neubewertung" in die Wege leiten.
Weitere erhebliche Behinderungen im Feierabendverkehr hatte es zuvor auf dem Mittleren Ring in Höhe Gustav-Adolf-Straße/Ecke Schweinauer Hauptstraße gegeben. Dort hatte ein BMW aus noch ungeklärter Ursache Feuer gefangen. Das Fahrzeug brannte komplett aus, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Ring musste in östlicher Richtung gesperrt werden.


3 Kommentare
KPM
Die Stadt braucht dringend viel mehr Bäume und Grünflächen als grünflächenärmste Großstadt Deutschlands.Die Abgase des motorisierten Individualverkehrs sind nicht eine wesentliche Ursache für den Klimawandel, sie verschlechtern auch ganz konkret die Resilienz der Menschen und ihrer Lebensumstände, gerade auch in Nürnberg. Wir brauchen dringend eine deutliche Reduzierung der Abgase in der Stadt, die auch vor Ort die Erhitzung erheblich anheizen. Also sollten wir für einen möglichst attraktiven ÖPNV und Fahrradverkehr sorgen und die Elektromobilität fördern, wo immer es möglich ist, Viele europäische Städte wie Kopenhagen, Utrecht oder Paris haben dafür gute Konzepte entwickelt und umgesetzt. Der Ausbau einer Schnellstraße durch die Stadt als Autobahn, die auch noch als Kreisstraße firmiert, stammt aus einer Zeit vor den Erkenntnissen der Auswirkungen der Klimakrise auf unsere Stadt. Schon allein deshalb muss diese Planung dringend überarbeitet werden. Ziel: Wohnungen über dem FSW.
14.04.2024 11:05 Uhr