
Die Preise in den Supermarktregalen schießen derzeit in die Höhe. Für einen mittelgroßen Einkauf zahlen Haushalte oft schnell 50 bis 60 Euro. Doch damit ist die Spitze für Lebensmittelpreise noch nicht erreicht. Experten prognostizieren für 2022 eine massive Steigerung. Grund dafür sind unter anderem die steigenden Energie- und Rohstoffpreise.
Beispielsweise sind die Kosten für Erdgas, das für die Herstellung von Düngemitteln gebraucht wird, stark gestiegen. Wie der deutsche Bauernverband mitteilt, führen Preiserhöhungen bei Dünger und Treibstoff dazu, dass die Kosten für Bauern im Ackerbau um bis zu 30 Prozent steigen.
Im Interview mit der Welt am Sonntag erklärt DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling: "Die Düngemittelpreise sind so hoch wie nie. Es gibt Bauern, die sich den Dünger aktuell nicht mehr leisten wollen und deswegen Ertragseinbußen bewusst in Kauf nehmen." Sprich: Bauern lassen ihr Gemüse und Getreide teilweise lieber von Schädlingen zerstören und verkaufen dadurch weniger, als teures Düngemittel zu verwenden. Durch die Ertragseinbußen kommt es zu steigenden Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Weitere Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln geplant
Nach Umfragen des Münchner ifo-Instituts planen in den kommenden Monaten zwei Drittel der Hersteller weitere Preiserhöhungen. "Somit dürften die Nahrungsmittelpreise in diesem Jahr ein maßgeblicher Inflationstreiber werden", erklärt Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Instituts.
Bei den Lebensmittelpreisen rechnet das Institut im Jahr 2022 mit einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts verteuerten sich pflanzliche Produkte bereits im Dezember 2021 um 29 Prozent, tierische Erzeugnisse kamen auf 17 Prozent.
Auch die Preise für Papiererzeugnisse - beispielsweise Toilettenpapier - steigen immer weiter an. Hier liegt das Problem ebenso bei Rohstoffen und Lieferketten: Der Einfuhrpreis für Zellstoff ist laut Statistischem Bundesamt um mehr als 45 Prozent gestiegen, der für Altpapier um 75 Prozent. Zudem ziehen die Kosten in der Logistik und beim Strom an, sodass alle Produzenten von Lebensmitteln höhere Ausgaben haben, die sie auf Verbraucherinnen und Verbraucher umlegen müssen.
Dieser Artikel wurde um 20.50 Uhr aktualisiert.

8 Kommentare
25Franz11
Beim Einkaufen auf die Preise achten zu müssen ist schon schlimm. Ich achte zuerst auf die Kalorien, das ist noch viel schlimmer. Die Kalorien müßten fallen, die Kalorien.
23.02.2022 09:08 Uhr