Nürnberg - Diesel war im Januar teurer als je zuvor, und auch Benzin erreichte an der Tankstelle einen neuen Rekordpreis. Für viele Autofahrer ist das ein großes Problem. Doch zumindest mit kleinen Tricks können sie sich helfen.
03.02.2022 08:55 Uhr

Superbenzin der Sorte E10 ist in Deutschland so teuer wie nie. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags (1. Februar) kostete ein Liter 1,712 Euro, wie der ADAC nun mitteilte. Damit übertraf der Preis das bisherige Allzeithoch von 1,709 Euro vom 13. September 2012.

Diesel kostete 1,640 Euro pro Liter - auch dies ist ein Rekord. Der Kraftstoff hatte bereits im vergangenen Herbst seinen Höchststand von 1,555 Euro pro Liter aus dem August 2012 übertroffen. Seitdem ist der Preis mehrfach stark gestiegen.

Besonders drastisch ist die Entwicklung, wenn man sie mit dem Jahr 2020 vergleicht. Damals hatten Öl- und Spritpreise durch die Corona-Krise Tiefstände erreicht. Zeitweise konnte man für gut einen Euro pro Liter Diesel tanken. Seither geht es mit Schwankungen tendenziell bergauf.

Ölpreis schuld an Rekordhöhe

Dem ADAC zufolge ist aktuell vor allem der Ölpreis Treiber des Anstiegs. Dieser hatte zuletzt vorübergehend die Marke von 90 Dollar je Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent überschritten und damit mehrjährige Höchststände erreicht. Dahinter stecken wirtschaftliche und politische Faktoren: Das Angebot ist knapp und die Nachfrage solide.

Spritpreise: Kein Ende bei den Höchstständen
Ende Januar 2022 haben die Spritpreise neue Höchststände erreicht. © ADAC, obs

Als die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft im Frühjahr 2020 mit voller Wucht traf, hatten sich die Mitglieder der Organisation ölfördernder Länder (OPEC) um Russland und Saudi-Arabien darauf verständigt, die tägliche Fördermenge drastisch zu reduzieren. Um erneute Einbrüche beim Ölpreis zu verhindern, wurde diese seitdem nur in kleinen Schritten wieder erhöht - trotz Forderungen beispielsweise aus den USA, angesichts der hohen Inflation die Zahl der Barrel schneller zu steigern.

Zudem sorgen der Krieg im Jemen und die politischen Spannungen an der russisch-ukrainischen Grenze für einen kräftigen Risikoaufschlag auf dem Ölmarkt. Russland ist einer der größten Erdölförderer der Welt.

CO2-Preis hat wenig Effekt

Darüber hinaus trägt auch der zu Jahresbeginn von 25 auf 30 Euro erhöhte CO2-Preis zum teureren Sprit bei - allerdings deutlich weniger als von vielen Autofahrern befürchtet. Die zusätzlichen 5 Euro je Tonne machen sich pro Liter Kraftstoff aber laut ADAC nur mit etwa 1,5 Cent bemerkbar, je nach Kraftstoff und Biospritanteil. Um die Kraftstoffpreise merklich zu senken, müsste eher an der anfallenden Mehrwert- und Energiesteuer angesetzt werden.

Ansonsten bleibt Autofahrern nur die Möglichkeit, die Schwankungen im Kraftstoffpreis möglichst gut ausnutzen. Auswertungen des ADAC zufolge kostet dieser morgens gegen 7 Uhr am meisten. Abends zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr hingegen sind Diesel und Benzin tendenziell am günstigsten. Dem Portal clever-tanken zufolge sind auch zwischen 8 und 10 Uhr sowie zwischen 12 und 13 Uhr die Preise an der Zapfsäule etwas niedriger.

Im Internet kann man zudem die Preise an verschiedenen Tankstellen vergleichen und gezielt die günstigste davon ansteuern. Allerdings lohnt sich der Umweg nicht immer. Wie die FAZ ausrechnet, sind 15 Kilometer Umweg bei einem sparsamen Auto mit etwa 5 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer frühestens ab einem Preisunterschied von 3 Cent lohnenswert. Wer bei einem Verbrauch von 8,5 Liter pro 100 Kilometer nicht volltanken will, sollte dagegen erst bei einem Preisunterschied von 8 Cent die 15 Kilometer Umweg auf sich nehmen.