Der Plärrer: Nürnbergs Drehkreuz und Lebensader im Wandel der Zeit
Die Nürnberger lieben und hassen ihren Plärrer. Er hat seine grauen und schönen Ecken, lässt so manchen Bürger wegen seiner langen Wege verzweifeln. Der Platz ist aber sehr für den Verkehr der Stadt. Ein Blick auf die wechselvolle Geschichte des Ortes - vom 19. Jahrhundert bis heute. Diese Bildergalerie wurde erstmals 2016 publiziert.

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Blick auf den Plärrer
1/29 - Der Plärrer war und ist ein wichtiger Knotenpunkt für den öffentlichen und den privaten Nahverkehr, in dem Altstadtring, Rothenburger und Fürther Straße zusammenlaufen. Seit 1899 kreuzten sich hier fünf Straßenbahnlinien. Mit dem "Plärrer-Automaten" - einer modernen, durch ihren originellen Grundriss auffallenden Wartehalle mit integrierten Imbiss-Verkaufsautomaten sowie einer öffentlichen Telefonanlage - wurde der Platz 1931 aufgewertet. Dahinter lag der alte, 1872 erbaute Ludwigsbahnhof, der mit der Stilllegung der Bahnlinie von der Straßenbahn weitergenutzt wurde. Doch schon 1835... © Kurt Grimm
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Der Adler im Jahr 1835
2/29 - ... fiel mit der Jungfernfahrt des "Adler" vom Nürnberger Plärrer zur Fürther Freiheit der Startschuss in ein neues Zeitalter. Damit ging der Platz in die Annalen der deutschen Eisenbahngeschichte ein. © Carl Asmus
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Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
3/29 - Während des Zweiten Weltkriegs trafen den Plärrer etliche Fliegerbomben. Ein Wagen der Linie 13 wurde bei einem Luftangriff am Plärrer aus den Schienen geschleudert. Im Hintergrund ist das Hansahaus zu sehen, das bis heute ein Aushängeschild am Plärrer ist. © oh
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Oktober 1953
4/29 - In den Nachkriegsjahren wurde der Platz, wie so viele Ecken Nürnbergs, in mühevoller Arbeit wieder hergerichtet. Hier ist der Plärrer 1953 mit Blick auf das Jakobsviertel zu sehen. Vorne links steht bereits das Gebäude der Stadtwerke. © Plaerrer
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Plärrer-Hochhaus um 1952
5/29 - Besser bekannt ist das Gebäude als Plärrer-Hochhaus. Es wurde in den Jahren 1952 und 1953 erbaut und ist seitdem nicht mehr vom Plärrer wegzudenken. Nach acht Monaten stand der Rohbau. Es war das damals mit 55 Metern höchstes Bauwerk Bayerns. © Gertrud Gerardi
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6/29 - Ende 1952 waren zwei Obergeschosse des Hochhauses der Städtischen Werke im Rohbau fertiggestellt. © Gertrud Gerardi

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Wolkenkratzer für den Plärrer
7/29 - 15 Stockwerke hoch ist das Plärrer-Hochhaus. Den Abschluss bildete ein Dachgeschoss mit Dachterrasse. © Friedl Ulrich
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Moderne Architektur in Nürnberg
8/29 - Das Hochhaus der Stadtwerke in den fünfziger Jahren bei Nacht: Es galt damals als Symbol für den Wiederaufbau nach dem Krieg. © Keine Angaben
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Plärrer um 1958
9/29 - Der Plärrer wurde umgestaltet, damit er seiner Aufgabe als große Drehscheibe des Verkehrs besser gerecht wurde. Ein Gebäude an der Fürther Straße - bereits das zweite - musste weichen. © NN-Archiv, Mandelsloh
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Kurviger Plärrer im Jahr 2016
10/29 - In den 60ern fuhren die Autos auf ihrem Weg von Fürth in Richtung Nürnberger Innenstadt noch scharfe Kurven. Eine neue Straße gab es erst, nachdem das dreistöckige Haus (im Bild links) abgerissen wurde. © Gertrud Gerardi
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Ende 1961: Planetarium wurde neu eröffnet
11/29 - Damals war das Planetarium ein Ort für Sternenkunde mit modernster Ausstattung. Nürnberg besaß somit das erste Bildungsinstitut für Astronomie in Deutschland nach dem Krieg. © Slevogt
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Anfang 1965: Plärrerumbau bereits in dritter Runde
12/29 - Ein weiterer Abschnitt des Plärrerumbaus reichte von der Gostenhofer Hauptstraße (oben) bis zum Spittlertorgraben (links) und erfasste den östlichen Bereich der großen Haltestelleninsel. Neben dem Plärrer-Hochhaus sollte ein repräsentativer Neubau (oben) entstehen. © Gertrud Gerardi
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Weitere Umbauten im Jahr 1966
13/29 - Am 27. Mai 1966 gab die Stadt grünes Licht für die Verbindung des Spittlertorgrabens über die Dennerstraße zur nördlichen Fürther und Rothenburger Straße sowie zum Plärrer. Die Straßenbahnschienen wurden aufwändig verlegt. Im Hintergrund "schmiegt" sich an das altehrwürdige Hansa-Haus ein zweckmäßiger Bürokomplex. © Hans Kammler
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Der Knotenpunkt Plärrer Ende 1966
14/29 - Nach den Umbauten zeigt ein Blick auf die Baustelle die neue Straßenführung. Der Plärrer-Automat blieb weiterhin ein Wahrzeichen des wichtigsten Verkehrsknotenpunktes der Stadt. © Kammler
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Der Plärrer im Jahr 1977
15/29 - 1975 startete der Bau der U-Bahn. Der unterirdische Bau gestaltete den Plärrer auch oberirdisch neu. Für die U-Bahnzugänge musste der Plärrer-Automat 1977 trotz Protesten schließlich weichen. © Plaerrer
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U-Bahn-Baustelle 1978
16/29 - Riesige Dimension der U-Bahn-Tunnel: Angelegt auf drei Ebenen erweiterte sich der Plärrer unter der Erde zum Umsteigebahnhof. Die Baugrube gibt einen Eindruck von dem großen Eingriff. © Keine Angaben
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Untergrund im Jahr 1998
17/29 - Zwischen dem vorigen Bild und dieser Aufnahme liegen 20 Jahre. Der Plärrer hatte sich schon lange zuvor als bedeutendster U-Bahn-Knotenpunkt etabliert. © Stefan Hippel
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Radrennen im Jahr 2000
18/29 - Oberirdisch ging es ebenso lebhaft zu. Die Teilnehmer des Radrennens passierten den Plärrer auf dem Weg ins Ziel gleich mehrmals. © Eduard Weigert
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Trister Platz
19/29 - Weniger einladend sah der Plärrer zwei Jahre zuvor aus. © Michael Matejka
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20/29 - Architektonisch veränderte sich der Plärrer in den 80er und 90er Jahren nicht mehr. Für Werbung und Reklame fand sich allerdings immer (mehr als) ein Plätzchen. © Bauer

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Sonnenfinsternis 1999
21/29 - Der Plärrer ist mehr als ein Verkehrsknotenpunkt: 1999 nutzten viele Menschen den großen Platz, um die Sonnenfinsternis live zu erleben. © Andreas Franke
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Feiernde Fans im Jahr 2002
22/29 - Als zentraler Ort war und ist der Plärrer bei Fußballfans äußerst beliebt. Ob Welt- und Europameisterschaften oder Pokalsiege - auf dem Asphalt wurde immer gefeiert. Hier sieht man Deutschland-Fans nach dem Sieg gegen Südkorea im Halbfinale der WM 2002. © Karlheinz Daut
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Hochhaus 2003
23/29 - Prägend und markant: Einst als größtes Gebäude in Bayern errichtet, sieht das Hochhaus der Stadtwerke nach über 50 Jahren noch genau so aus. Ab Mai 2016 bekommt das Gebäude eine Schönheitskur. © Alexander Brock
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Plärrer 2005
24/29 - Dieses Bild ist bereits über zehn Jahre alt und gleicht dem heutigen Verkehrsknotenpunkt bis auf wenige Nuancen. © Karlheinz Daut
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Der Platz im Jahr 2013
25/29 - Fahrzeugkolonnen ziehen im Takt der Ampeln durch den Verkehrsknoten. Nach unzähligen Bauten und Instandhaltungen hatte der Platz seine endgültige Form angenommen. © Stefan Hippel
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Blick auf den Spittlertor-Turm
26/29 - Die runde Form des Platzes ist nach wie vor zu sehen. Unverkennbar ist außerdem der Spittlertor-Turm, der die Zeit scheinbar unbeschadet überdauert hat. © Plaerrer
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Plärrer 2013
27/29 - Das Plärrer-Dreieck: Sechs Verkehrsadern strömen aus vier Richtungen am Zentrum vorbei. © Oliver Acker (www.digitale-luftbilder.de)
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Planetarium heute
28/29 - Das Planetarium mit der auffälligen Kuppel. Eine treffende Lösung, um mit raffinierter Technik maßstabsgetreu den Sternenhimmel zu projizieren. © Daut
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