
Nach einem Vorfall an der Wohnung von Marius Borg Høiby (29) ist ein Mann festgenommen worden. Das meldete die norwegische Nachrichtagentur NTB unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst PTS, der für den Personenschutz der Königsfamilie zuständig ist.
Der Mann soll zuvor in Høibys Wohnung auf dem Gelände der königlichen Residenz Skaugum nahe Oslo eingedrungen sein und den Sohn von Königin Mette-Marit gestoßen haben, wie die Zeitschrift „Se og Hør“ berichtete. Der Vorfall soll sich bereits in der Nacht zum Freitag abgespielt haben.
Das Königspaar, König Haakon VIII. und Høibys Mutter Mette-Marit (beide 53), soll sich den Berichten zufolge nur wenige Hundert Meter entfernt im Haupthaus von Skaugum aufgehalten haben. Der Vorfall dürfte Fragen zur Sicherheit der Königsfamilie aufwerfen, schrieb das Blatt.
Er hörte Musik und malte
Wie die Zeitschrift unter Berufung auf eine ungenannte Quelle weiter berichtete, soll der Mann gegen die Tür zu Høibys Wohnung getreten und geschlagen haben. Der 29-Jährige, der derzeit mit einer elektronischen Fußfessel unter Hausarrest steht, habe zu dem Zeitpunkt Musik gehört und gemalt. Ohne zu wissen, was vor sich ging, habe er die Tür geöffnet, um dem Lärm auf den Grund zu gehen. Darauf habe der Mann sich Zugang verschafft.
Høiby sei es jedoch selbst gelungen, den Mann wieder aus der Wohnung zu drängen. Danach habe er die Sicherheitskräfte verständigt, die den Eindringling kurze Zeit später festnahmen. Inzwischen sei er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Über die Hintergründe des Vorfalls gab es zunächst keine Angaben.
Høiby ist der Polizei dankbar
„Høiby empfand es als unangenehm und beängstigend, in seinem eigenen Zuhause aufgesucht zu werden, wo er sich eigentlich sicher fühlen können sollte“, sagte dessen Anwalt Alexander Greaker der NTB. Er fügte hinzu: „Inzwischen geht es ihm gut, und er ist dankbar, dass die Polizei schnell vor Ort war und ihm geholfen hat.“
Mette-Marits Sohn sitzt seit Februar in U-Haft, seit dem Sommer darf er diese mit elektronischer Fußfessel im Hausarrest absitzen. Ein Versuch, die U-Haft zu beenden, scheiterte kürzlich in zweiter Instanz.
Der Norweger war im Sommer wegen zahlreicher Straftaten, darunter zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hat das Urteil angefochten, ein Berufungsprozess soll im kommenden Februar starten. Neu aufgerollt werden dabei die Vorwürfe der Vergewaltigungen sowie der häuslichen Gewalt gegen eine Ex-Freundin.
