Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg rannte am Samstag zunächst pausenlos an, probierte viel, konnte den vielbeinigen Defensivverbund des SV Darmstadt aber erst in der 50. Minute erstmals knacken, Endstand 2:0. Nach dem nächsten Heimsieg bleibt der Club oben dran.
07.11.2026 14:58 Uhr

Nackte Ergebnisse sagen manchmal mehr über den nächsten Gegner als Namen oder tiefergehende Statistiken. Demnach hatte der 1. FC Nürnberg von den vergangenen sechs Begegnungen nur eine gewinnen können und gleich vier verloren, unschöner kann sich eine Bilanz auch in der Zweiten Liga fast nicht lesen

Trainer Miroslav Klose thematisierte die unguten Erinnerungen an den SV Darmstadt 98 auch kurz am Donnerstag in der Pressekonferenz, wollte sich danach aber umgehend auf seine Mannschaft konzentrieren. Der nach dem Traumstart mit 21 von 30 möglichen Punkten und Platz zwei ja neuerdings einiges zuzutrauen ist, selbst als Favorit wie am frühen Samstagnachmittag.

Die Gäste waren schließlich als Tabellenvorletzter und mit einer katastrophalen Auswärtsbilanz eingereist, ihr letzter Sieg in der Fremde datierte von Anfang November, 2025. Und genauso traten die Lilien zunächst auch auf, hatten später aber zwei Riesenchancen zum zwischenzeitlichen Ausgleich. So durfte der Club jubeln, weil Piet Scobel (50.) und William Böving (88.) im Strafraum cool blieben, Endstand 2:0 (0:0).

In der finalen Vorbereitung war nicht alles nach Plan gelaufen; Fynn Otto musste mit Wadenproblemen passen, nach Mohamed Zoma und Finn-Ole Becker der dritte Leistungsträger außer Dienst. Styopa Mkrtchyan bekam dafür ganz hinten von Beginn an seine Chance, ebenso William Böving auf der rechten Seite anstelle von Rayan Ghrieb.

Die erneuten Umstellungen schienen dem Gefüge zumindest gegen den Ball nicht viel anhaben zu können. Der Nürnberger ließen vor der Pause überhaupt nichts zu, dummerweise die Darmstädter auf der anderen Seite auch nicht. 45 Minuten ohne nennenswerte Höhepunkte, bis auf einen noch leicht abgefälschten Eckstoß von Julian Justvan.

73 Prozent Ballbesitz für den 1. FC Nürnberg

Die über 40.000 im Max-Morlock-Stadion bekamen eine äußerst zähe Auseinandersetzung geboten, weil sich die Gäste offenbar damit zufriedengaben, mit elf Mann ihren Strafraum zu verteidigen, wirklich mitspielen schienen sie jedenfalls nicht zu wollen. Was aber locker genügte, um mit einem 0:0 in die Pause zu gehen.

73 Prozent Ballbesitz brachten dem Club herzlich wenig, der nach dem Seitenwechsel aber etwas zielstrebiger wirkte. Piet Scobel köpfte gleich mal auf wenigen Minuten drüber (47.), machte es kurz darauf aber wesentlich besser. Nach schöner Vorarbeit von Julian Justvan haute er die Kugel einfach flach ins Netz, bereits sein siebter Saisontreffer.

Eric Porstner hatte nach einem flotten Angriff und Querpass von Tim Janisch sogar das 2:0 auf dem Fuß und Alexis Kalogeropoulos Sekunden später nach einem Eckstoß auf dem Kopf, es gab jetzt endlich ein paar Möglichkeiten. Sogar für den SV Darmstadt, der eingewechselte LanceDuijvestijn traf aber lediglich das Außennetz, ein Querpass in die Mitte wäre wohl richtig gefährlich geworden für den 1. FC Nürnberg.

Mitte der zweiten Halbzeit wirkten aber auch die eigenen Offensivvorträge nicht mehr so richtig zwingend, Einzelaktionen wie die von Julian Justvan, der nach schönem Solo knapp verfehlte, bildeten die rühmliche Ausnahme. Zudem riskierten die Lilien etwas mehr, erneut LanceDuijvestijn fehlte bei seinem nächsten Abschluss nicht viel (70.).

Darmstadt plötzlich sogar mit der 100-prozentigen Gelegenheit, Milan Smit köpfte aus kurzer Distanz aber direkt auf Jan Reichert. Das hätte es sein können für die Gäste, ja sein müssen - absolut unglaublich gar, dass Ibrahim El Kadiri den Ball wenig später selbst aus zwei Metern nicht im Kasten unterbrachte, sondern ebenfalls Jan Reichert anschoss.

Der Club im Glück und mit der Führung im Rücken doch etwas zu passiv; Darmstadt schob im Block weiter nach vorn, bot damit aber auch Räume an, die jedoch vorerst ungenutzt blieben. Sigurd Haugen hatte die Entscheidung im Flug auf dem Kopf (85.), durfte aber drei Minuten später trotzdem jubeln: Der auch sonst sehr auffällige William Böving brauchte nach Rayan Ghriebs Vorarbeit nur noch einzunicken.

Und schon stimmte gegen Angstgegner SV Darmstadt auch das Ergebnis wieder.

Nürnberg: Reichert; Janisch (59. Masouras), Kalogeropoulos, Mkrtchyan, Porstner – Markhiev, Fernández – Justvan (90.+1 Kornwachs), Bøving (90.+1 Ceresoli), Lubach (59. Ghrieb) – Scobel (65. Haugen). - Darmstadt: Brunst; Petretta, Vukotic, Lührs, Mikelbrencis (73. El Kadiri)– Klefisch, Akiyama (86. Kehl) - Richter (73. Lannert), Weißhaupt – Smit, Lee (47. Duijvestijn). – Schiedsrichter: Weisbach (Halle/Saale). – Zuschauer: 40.284. – Tore: 1:0 Scobel (50.), 2:0 Böving (88.), 2:1 – Gelbe Karten: Janisch (2) / Lührs.


Alle Infos zum 1. FC Nürnberg auf Ihrem Smartphone

Sie wollen keine News und Storys zum 1. FC Nürnberg verpassen? Das ist mit dem neuen WhatsApp-Kanal von NN.de - Deine FCN-News ganz einfach. Hier geht es direkt zum WhatsApp-Channel - eine „Schritt für Schritt“-Anleitung finden Sie hier. Außerdem empfehlen wir Ihnen die Push-Funktion unserer App „NN News“. Hier können Sie den Club als Ihr Lieblingsthema auswählen. Die App „NN News“ können Sie über folgende Links downloaden:

NN News im App Store von Apple

NN News im Google Play Store