Roth - Bruno Jonas spielt sein Programm „Klappe halten!“ am 28. November um 19.30 Uhr in der Kulturfabrik.
06.11.2026 18:59 Uhr

Bruno Jonas kommt am 28. November um 19.30 Uhr in die Rother Kulturfabrik. Mitten in der Zeitenwende wird Jonas eine Rolle angeboten. Er soll in einer Filmsatire mit dem Titel „Herzlos“ den Chefredakteur eines vielbeachteten Leitmediums spielen. Dieser Journalist ist ein übler Bursche, ein skrupelloser Charakter ohne Moral und Anstand, der nur den eigenen Vorteil im Blick hat, ein Macher, dem jeder Mittel recht ist, um Aufmerksamkeit für sich und sein Medium zu bekommen. Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Auslassungen und Fake News begründen seinen Erfolg.

Nach der Lektüre des Drehbuchs kommt Jonas empört auf die Bühne und beginnt sein neues Programm „KLAPPE HALTEN“ mit dem Ausruf: „Dieses miese Arschloch kann ich nicht spielen! Das hat mit Satire nichts zu tun.“ Was darf Satire? Wirklich alles oder sollte man dann lieber die Klappe halten? Selbstzensur üben? Welche Rolle wird von ihm erwartet, nicht nur im Film, in der Wirklichkeit, in der Öffentlichkeit, im Privaten, im Spektrum der Meinungen in dieser Demokratie: Gibt es am Ende doch ein richtiges Leben im falschen? Was ist richtig, was ist falsch?

Er sieht sich als Abweichler und leidet darunter. „Hab ich noch die vorgeschriebenen Ängste?“ fragt er sich. Die Angst vor dem Weltuntergang ist bei ihm bedauerlicherweise noch im grünen Bereich. Der Gedanke an einen energiepolitischen Blackout mit mehrjähriger Dunkelflaute dagegen macht ihm seltsamerweise Angst. Auch beschleicht ihn zunehmend eine diffuse Angst, wenn in der sich `transformierenden Gesellschaft eine neue, vermeintlich woke Spitzelmentalität auf dem Vormarsch ist, mit deren Hilfe die Demokratie gerettet werden soll. Doch trotz der globalen um sich greifenden Krisen will sich bei Jonas partout keine Panik einstellen.

Immer öfter entscheidet sich der Kabarettist gegen die neuen Formen der Meinungsfreiheit: die stille Meinung, das beredete Schweigen, das Klappe-Halten. Am Ende mehren sich bei ihm die Gründe, die Rolle des Arschlochs anzunehmen.