Kalchreuth/Gräfenberg - Die Gräfenbergbahn hat sich aufgrund ihrer zahlreichen Probleme den Spitznamen „Pannenbahn“ eingefangen. Doch eine Initiative will, dass die Verbindung zu einer Lebensader für die Region wird. Jetzt wurde ein Meilenstein erreicht. So geht es weiter.
28.10.2026 13:00 Uhr

Seit Anfang des Jahres sammelt eine Gruppe von Fahrgästen, bahninteressierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Kommunalpolitikerinnen und -politikern aus verschiedenen Parteien Unterschriften für die Petition „Attraktive Gräfenbergbahn: Lebensader für die Region statt Pannenbahn“ (Internet-Infos unter www.rb21.de). Nun hat die Petition laut Pressemitteilung der Initiatoren einen „unerwartet hohen Meilenstein erreicht“: 10.000 Unterschriften sind inzwischen zusammengekommen.

Die Initiatorinnen und Initiatoren äußern sich begeistert: „Wir haben uns immer wieder Zwischenziele gesteckt und eine hohe Anzahl von Unterschriften angestrebt, aber dass wir nun eine fünfstellige Zahl erreichen, übertrifft unsere Erwartungen“, erklärt Mitinitiator Matthias Striebich aus Gräfenberg. „Für eine regionale Unterschriftenaktion ist eine Zahl von 10.000 ein außergewöhnlicher Erfolg. Unser Dank gilt daher den zahlreichen Unternehmen, Schulen und nicht zuletzt den vielen Ehrenamtlichen, die mit uns Unterschriften gesammelt haben“, so Striebich weiter.

Sanierung der Gräfenbergbahn: Stellwerk und Gleise stehen im Mittelpunkt der Forderungen

„Das zeigt, wie groß das Interesse an der Bahnstrecke in der Region ist, und ich unterstütze die Forderung nach einer grundlegenden Sanierung voll und ganz“, erklärt der Heroldsberger Bürgermeister Jan König. Die Beseitigung der Mängel ist ein zentrales Anliegen der Petition.

Insbesondere wird die Erneuerung des Stellwerks und eine grundlegende Sanierung der Gleise gefordert. Immer wieder kommt es aufgrund der Gleislage oder wegen Stellwerksstörungen zu Langsamfahrstellen, Zugverspätungen und -ausfällen, Busnotverkehr und Streckensperrungen. Aktuell muss ein Bahnübergang in Igensdorf von Hand gesichert werden, weil die Technik ausgefallen ist und nicht repariert werden kann. „Wenn eine ähnliche Situation beim Stellwerk auftreten würde, hätte das massive Folgen für den Betrieb. Die Stellwerkserneuerung ist daher sehr dringend“, so Mitinitiatorin Astrid Marschall aus Eckental.

Elektrifizierung und dichterer Takt als weitere Ziele für die Gräfenbergbahn

Neben dem vorrangigen Ziel, die aktuellen Mängel zu beseitigen, verfolgt die Petition das Anliegen, dass die Gräfenbergbahn darüber hinaus zu einer attraktiven Lebensader für die Region weiterentwickelt wird, und fordert unter anderem, die Strecke zu elektrifizieren und die Umstellung auf einen Stadt-Umland-Bahn-Betrieb mit dichterem Takt zumindest zu prüfen.

Die Initiatoren legen großen Wert auf die Überparteilichkeit der Aktion: Diese wird an der langen Liste der Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner deutlich, die Namen aus allen demokratischen Parteien enthält. Unter anderem haben zahlreiche Gemeinde-, Stadt- und Kreisrätinnen und -räte aus unterschiedlichen Parteien (CSU, FW, SPD, Grüne, unabhängige Wählerlisten), Landräte, Bürgermeister und die Landtags- und Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard, Lisa Badum und Verena Osgyan unterzeichnet.

Unterschriftensammlung für Verbesserungen auf der Gräfenbergbahn läuft weiter

Bis Mitte November werden noch Unterschriften gesammelt. Danach soll die Petition im Bundestag und im bayerischen Landtag übergeben werden, da sowohl Bund als auch Freistaat Bayern jeweils für unterschiedliche Aspekte im Zusammenhang mit der Gräfenbergbahn verantwortlich sind. Die Initiatorinnen und Initiatoren hoffen dabei auf eine breite Unterstützung von Abgeordneten, Bürgermeistern und Landräten aus der Region bei der Übergabe der Unterschriften, um dem Anliegen noch mehr Gewicht zu verleihen.