Schwabach - Erstmals hat die Mittelstands-Union Schwabach ihren Unternehmerpreis verliehen. Gleich mehrere lokale Unternehmer und Mäzene wurden ausgezeichnet. In den Reden wurde es politisch.
21.10.2026 08:43 Uhr

Eine volle Bank ist für Unternehmer meist ein gutes Zeichen. Am Montagabend galt das wörtlich: In der voll besetzten Eventlocation dieBank verlieh die Mittelstands-Union (MU) Schwabach erstmals ihren Unternehmerpreis. Vor ausgewähltem Publikum ehrte die Arbeitsgemeinschaft der CSU Menschen, die wissen, „dass es für langfristigen Erfolg mehr braucht als eine spitze Kalkulation und eine fixe Idee“, wie die MU in einer Pressemitteilung erklärt.

Wer ein Unternehmen führe, wette mit jeder Investition auf Verlässlichkeit, eröffnete Philipp Müller, Bezirks- und Kreisvorsitzender der MU, den Abend. Diese gerate von außen wie von innen unter Druck: durch Krieg und Handelskonflikte ebenso wie durch die politischen Ränder. Deutlich wurde er zur AfD: „Die AfD ist keine Alternative für den Mittelstand. Sie ist ein Risiko für ihn.“ Wer EU und Euro infrage stelle und von „Remigration“ rede, während Betriebe Fachkräfte suchten, gefährde den Wohlstand.

Zugleich mahnte er Selbstkritik an: Viele Probleme, von Bürokratie bis Integration, seien hausgemacht. „Wir dürfen diese Probleme nicht liegen lassen, nur weil die Falschen sie für sich besetzen.“ Wer, wenn nicht Unternehmer, solle sie lösen, fragte Müller und rief zu politischem Engagement auf. Die MU setze auf Sacharbeit im Sinne von Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“. Dieses Verständnis von Verantwortung verbinde auch die Geehrten.

Löhr Ehrenmitglied - Schmidt und Sommer ausgezeichnet

Die Preisverleihung selbst begann mit einer Überraschung. Joachim Löhr wurde zum Ehrenmitglied des MU-Kreisverbands ernannt. MU-Landesvorsitzender Sebastian Brehm würdigte ihn als jemanden, der die Ideale der Mitte der CSU hochhalte und sich sein Leben lang für andere eingesetzt habe - in Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft.

Als „Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet wurden Helmut und Aaron Schmidt vom Schwabacher Bauernladen. Laudator Dr. Klaus Karg würdigte den unternehmerischen Mut von Helmut Schmidt, Aaron Schmidts engagierte Nachfolge und den Einsatz der ganzen Familie. Sie hätten bewiesen, dass ein Geschäftsmodell in jedem Sinne nachhaltig sein könne, etwa durch jahrzehntelange Lieferantenbeziehungen.

Erste „Unternehmerin des Jahres“ ist Barbara Sommer von Ratioplast. Mit ihrer langjährigen Unterstützung hat sie „Ortung“, die Schwabacher Kunstbiennale im Zeichen des Goldes, maßgeblich ermöglicht. Laudatorin Sandra Hofmann-Rivero nannte Sommer in ihrer Videobotschaft eine „Mäzenin, die unterstützt, ohne bestimmen zu wollen, die ermöglicht, ohne Einfluss auf die künstlerischen Inhalte nehmen zu wollen“. Ihr finanzielles Engagement sei für die Kunst da und nicht die Kunst für ihr Engagement.

Lebenswerk-Preis für Karg - Zwischen Tradition und Transformation

Die zweite Überraschung des Abends galt zum Abschluss einem, der zuvor selbst am Pult gestanden hatte: Klaus Karg erhielt den Preis für das Lebenswerk, die Laudatio übernahm Müller selbst.

Er zeichnete Kargs Weg aus der Softwarebranche in die elterliche Dorfbäckerei nach, aus der Karg einen Knäckebrothersteller von internationalem Rang machte. Auch bei der Übergabe habe Karg in Generationen gedacht und Verantwortung für Familie, Mitarbeitende und Partner bewiesen: Er wollte seinen Kindern das Unternehmen nicht aufbürden und suchte einen Käufer, der Standort und Arbeitsplätze in Schwabach sichert. Karg stehe für einen seltenen Dreiklang: Erfolg im Unternehmen, Verantwortung für sein Umfeld und steten Einsatz im Ehrenamt.