Nürnberg - Nach den Vorwürfen wegen mutmaßlichem Machtmissbrauch ist Rainer Kotzian als Präsident der Nürnberger Hochschule für Musik zurückgetreten. Nun meldet sich die Hochschule zu Wort und erklärt, in welcher Funktion Kotzian bleiben werde.
19.10.2026 15:00 Uhr

Es war ein Aushang, verbreitet im Rahmen der Immatrikulationsfeier an der Hochschule für Musik in Nürnberg am 12. Oktober, der einen großen Stein ins Rollen brachte. Im Zentrum der Aufregung stehen Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen den Präsidenten Rainer Kotzian und eine fehlende anschließende Aufarbeitung. Kotzian erklärte inzwischen seinen Rücktritt als Präsident.

Am Montagnachmittag meldete sich dann die Hochschule für Musik (HfM) mit einer Pressemitteilung zu Wort. Überschrieben ist das Dokument mit den Worten: „HfM Nürnberg informiert über den Umgang mit aktuellen Herausforderungen“. Darin heißt es, die Hochschule werde die Vorkommnisse der vergangenen Monate mit Nachdruck aufarbeiten. Erfolgen solle diese Aufarbeitung durch eine unabhängige externe Stelle.

„Die Hochschule lehnt, wie in ihrer Richtlinie gegen Machtmissbrauch formuliert, alle Formen von Diskriminierung und Machtmissbrauch strikt ab und tritt ihnen aktiv entgegen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Musikhochschule nach Rücktritt von Kotzian: Stehen „vor einer herausfordernden Zeit“

Man stehe nun, nach dem Rücktritt Kotzians, „vor einer herausfordernden Zeit“. In einer Sondersitzung des Hochschulrates am 16. Oktober hätten die beiden Vizepräsidentinnen Renate Reitinger und Maren Wilhelm ihren Rücktritt angeboten. Der Rat habe dieses Gesuch aber einstimmig abgelehnt und den Vizepräsidentinnen das Vertrauen für die weitere Amtsführung ausgesprochen. Nun blickt die Hochschule auch in die Zukunft: „Das Verfahren zur Ausschreibung der Position der Präsidentin beziehungsweise des Präsidenten wird angestoßen.“

Bis zu einer Neubesetzung werde Renate Reitinger die laufenden Amtsgeschäfte kommissarisch übernehmen. Rainer Kotzian werde sich vorerst auf Forschungstätigkeiten konzentrieren und keine Lehraufgaben übernehmen.

„Wir vertrauen darauf, dass wir uns als Hochschulgemeinschaft den Herausforderungen der kommenden Monate gemeinsam konstruktiv stellen können und werden aktiv unseren Beitrag dazu leisten“, teilt das Präsidium abschließend mit.