Nürnberg - In der Nürnberger Galeria-Filiale dürfen Kundinnen und Kunden keine Playmobil-Figuren mehr kaufen - und das, obwohl genügend Produkte in den Regalen sind. Das steckt dahinter.
19.10.2026 09:16 Uhr

In Nürnberg stehen Kunden plötzlich vor einem Absperrband: In der Galeria-Filiale an der Lorenzkirche dürfen keine Playmobil-Produkte mehr verkauft werden. Auf dem Hinweisschild steht: „Playmobil ist momentan vom Verkauf ausgeschlossen.“ Ähnliche Szenen spielen sich auch in anderen Galeria-Filialen in ganz Deutschland ab.

Der Grund dafür: Bei Galeria läuft aktuell ein Insolvenzverfahren. Hersteller machen deshalb ihre Rechte geltend und bieten ihre Waren in den Filialen nicht mehr zum Verkauf an.

Playmobil Galeria
<p>Ganze Gänge sind in der Nürnberger Filiale abgeriegelt: Playmobil-Spielzeug darf im Galeria Nürnberg nicht mehr verkauft werden.</p> © Nina Eichenmüller

Neben den Spielfiguren der Zirndorfer Spielzeug-Marke Playmobil sind auch Waren anderer Lieferanten betroffen. Laut Medienberichten sind in anderen Filialen auch Schuhregale von Geox oder Auslagen in der Schreibwarenabteilung mit Flatterband gesichert. Die Lieferanten wollen so verhindern, dass die Verkaufserlöse der Waren im Zuge des Insolvenzverfahrens in die Gesamtmasse des Kaufhauskonzerns Galeria fließen.

Grundlage ist der „Eigentumsvorbehalt bei Warenlieferungen“. Solange Galeria die Artikel nicht bezahlt hat, bleiben sie rechtlich im Eigentum des Herstellers. Der Spielzeughersteller Playmobil wollte sich auf Anfrage mehrerer Medien nicht äußern. In der Galeria-Filiale in Erlangen war Playmobil - Stand Dienstagabend - noch zum Kauf verfügbar.

Auch Auswirkungen in Nürnberger Filiale: Vorläufiges Insolvenzverfahren gegen Galeria

Am 2. Oktober hat Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Es ist bereits das vierte Mal innerhalb von sechs Jahren, dass das Unternehmen einen solchen Antrag stellt. Das Gericht ordnete daraufhin ein vorläufiges Insolvenzverfahren an. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft dennoch vorerst weiter. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist noch offen.