Nürnberg/Schwaig - Um ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Verantwortung und Verwurzelung zu setzen, haben Mitarbeitende des Verlags Nürnberger Presse 1000 Weißtannen im Nürnberger Reichswald gepflanzt. Die Bäume gelten als widerstandsfähig. Das müssen sie auch sein.
10.10.2026 08:00 Uhr

Es ist ein Bild, das sich im Reichswald bei Schwaig nicht aller Tage bietet: Am Freitag (9. Oktober) haben rund 20 Beschäftigte des Verlags Nürnberger Presse (VNP) an einer Baumpflanzaktion teilgenommen. 1000 Tannen wurden im Rahmen des Projektes gesetzt. Damit fördert der VNP die Pflanzung klimatoleranter Mischwälder im Bereich des Forstbetriebs Nürnberg. Die Bayerischen Staatsforsten sprechen von einem „Zukunftswald“.

Vor Ort war auch Verlegerin Sabine Schnell-Pleyer. Sie betonte zu Beginn der Aktion: „Wir setzen hier ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Verantwortung und Verwurzelung in der Region.“ Mit Blick auf die vielen helfenden Hände fügte sie hinzu: „Nachhaltigkeit gelingt nur gemeinsam.“

Initiiert wurde die Aktion vom verlagsinternen und abteilungsübergreifend zusammengesetzten Team Nachhaltigkeit. „Die Bedeutung, aber auch die Fragilität der heimischen Wälder ist mit den verheerenden Waldbränden 2025 in unserer Region allen drastisch bewusst geworden“, sagt Nicole Forstner, die das Projekt als Nachhaltigkeitsbeauftragte federführend betreute.

Im Team entstand daraufhin die Idee, Bäume zu pflanzen und damit, auch mit Blick auf das 80-jährige Jubiläum der Nürnberger Nachrichten im vergangenen Jahr, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Die bayerischen Staatsforsten begehen zudem ihr 20-jähriges Jubiläum. „Zusammen sind das 100 Jahre geballte Kraft“, sagt Verlegerin Sabine Schnell-Pleyer.

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<p>Verlegerin Sabine Schnell-Pleyer und Key-Account-Manager Peter Hellerbrand packten bei der Baumpflanz-Aktion mit an.</p> © Carolin Heilig

Unterstützt wurden die Verlagsmitarbeitenden von Vertretern der Bayerischen Staatsforsten. Sie trafen auch die Wahl über die Baumsorte: 1000 Weißtannen kommen nun neu im Reichswald hinzu. Die Fläche bei Schwaig wurde von den Förstern zuvor vorbereitet. Es wurden Bäume entnommen, um Platz für die Neuzugänge zu schaffen.

Klimawandel stellt den Wald vor Herausforderungen

Für die Pflanzung kommt ein sogenannter Hohlspaten zum Einsatz. Damit lässt sich ein zylinderförmiges Stück aus dem Waldboden herausstechen. Dort hinein wird wiederum der kleine Tannensetzling platziert. Angepflanzt wird üblicherweise im Herbst, da die Bäume Feuchtigkeit benötigen, um anwachsen zu können. Anfang Oktober ist der Boden aber trotz einiger Regenfälle noch sehr trocken. Der Rekord-Sommer hat seine Spuren hinterlassen.

Die Weißtanne gilt aber als widerstandsfähige Baumsorte. „Sie wurzelt tief und ist daher nicht so anfällig für Trockenheit“, erklärt Johannes Wurm, Leiter des Forstbetriebs Nürnberg. Und das muss sie auch sein. Das Thema Klimawandel liegt Wurm am Herzen. Er erklärt: Künftig könnte sich Nürnberg klimatisch an Istrien oder die nördliche Provence angleichen. Daran müsse sich auch der Baumbestand anpassen. Die Experten experimentieren daher mit verschiedenen Sorten. Neben den heimischen Vertretern wird bewusst auf Sorten, wie Zeder, Esskastanie oder Spitzahorn gesetzt.

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<p>Am Morgen war es noch kühl im Reichswald bei Schwaig. Da konnten sich die Teilnehmer an einer Feuerschale aufwärmen.</p> © Carolin Heilig

Mit Blick in die Zukunft sagt die VNP-Nachhaltigkeitsbeauftragte Forstner: „Wir werden selbstverständlich ,unseren‘ Bäumen auch in Zukunft hin und wieder einen Besuch abstatten und beobachten, wie unser kleiner VNP-Wald gedeiht. Die Pflege übernehmen aber die Profis von den Staatsforsten.“ Dazu gehört unter anderem der Schutz vor Verbiss durch Wildtiere. Die Bäume werden hierzu mit einer Tinktur eingestrichen, die die Wildtiere fernhalten soll.