
Freie Presse und Demokratie sind keineswegs selbstverständlich – und sie gehören zusammen. Anlässlich der "Langen Nacht der Demokratie" gab Redakteurin Ella Schindler unseren Leserinnen und Lesern einen exklusiven Einblick in unser Verlagshaus. Wie arbeitet eine Redaktion? Wo wird die Zeitung gedruckt? Sie warf jedoch auch einen Blick in die Vergangenheit Deutschlands: Die Geschichte des Verlags Nürnberger Presse begann nämlich mit dem Ende des Naziregimes.
Während der NS-Diktatur saß der Publizist und Regimegegner Joseph E. Drexel in Haft. Später brachte man ihn ins Konzentrationslager – mit einem besonderen Aktenvermerk: R.U. – Kurz für "Rückkehr unerwünscht".
Unterdessen brachte Julius Streicher, seinerzeit NSDAP-Gauleiter von Mittelfranken, mit dem Hetzblatt "Der Stürmer" seine antisemitische Propaganda heraus – aus der NSDAP-Parteizentrale in der Marienstraße 11 in Nürnberg. Das Gebäude kaufte die Stadt zuvor für einen unangemessen niedrigen Preis einer jüdischen Familie ab und schenkte es Streicher.
Gründung des Verlags in der NSDAP-Zentrale
Nach der Befreiung gründete Joseph E. Drexel im Jahr 1945 die Nürnberger Nachrichten. Der Verlagssitz: Die ehemalige NSDAP-Zentrale in der Marienstraße. Drexels Motto „Nie wieder Faschismus!“ prägt die Haltung des Medienhauses bis jetzt.
Auch heute wird die Presse als "vierte Gewalt" in unserer Gesellschaft bezeichnet: Dort, wo Presse und Politik Freunde sind, so sagt man, stirbt die Demokratie. Das bestätigen auch unsere Leserinnen und Leser, die im Rahmen der Führung unser neues Verlagshaus am Wöhrder See besuchen: Kritische Berichterstattung, Hintergründe und eine Vielfalt an Meinungen sind demnach essenzielle Pfeiler des modernen Journalismus.
Die `Lange Nacht der Demokratie fand am Freitag, den 2. Oktober in ganz Deutschland statt, um bundesweit auf die Bedeutung und den Wert der Demokratie aufmerksam zu machen. Weitere Führungen durch unseren Verlag sind geplant.
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