
Am 19. Oktober 2016 schoss der Reichsbürger Wolfgang Plan in Georgensgmünd insgesamt elf Mal auf SEK-Beamte. Er verletzte mehrere Männer schwer, einen davon tödlich. Im Rahmen eines Polizeieinsatzes sollten Plan seine rund 30 Waffen abgenommen werden, doch die Aktion lief vollkommen aus dem Ruder.
Fast genau zehn Jahre später hat sich ein mehrköpfiges Rechercheteam der des Verlags Nürnberger Presse erneut intensiv mit dem Fall beschäftigt. Entstanden sind vier Folgen unter dem Titel „Der Reichsbürger von nebenan“ für den True-Crime-Podcast „Abgründe“.
Folge 1: Der Urknall
Am frühen Morgen am 19. Oktober 2016 stürmen SEK-Beamte im mittelfränkischen Georgensgmünd das Haus von Wolfgang Plan. Der Mann wird der Szene der Reichsbürger zugeordnet und er besitzt rund 30 Waffen. Die sollen ihm abgenommen werden, deswegen ist das SEK vor Ort.
Doch dann eskaliert die Situation. Es fallen Schüsse. Elf Mal feuert Wolfgang Plan auf die SEK-Beamten vor seiner Tür. Er trifft mehrfach.
Fast zehn Jahre nach den Schüssen rekonstruieren wir in Folge 1 den Polizeieinsatz vom 19. Oktober 2016 und stellen die Frage, wie er so sehr aus dem Ruder laufen konnte.
Folge 2: Der Mensch Wolfgang
Wolfgang Plan gilt in Georgensgmünd als ganz normaler Bürger. Er ist Sportschütze, Jäger und betreibt eine Kampfsportschule. Doch während seine Nachbarn in ihm einen ganz normalen Mitbürger sehen, radikalisiert sich Plan zunehmend. Er erklärt sein Grundstück zum eigenen Staatsgebiet, erkennt staatliche Behörden nicht an und nennt sein Zuhause den „Staat Plan“.
Als das Landratsamt ihm seine 31 Schusswaffen entziehen will, eskaliert die Situation. Am Morgen des 19. Oktober 2016 rückt ein Spezialeinsatzkommando an. Plan schießt elfmal auf die Beamten. Ein Polizist wird tödlich verletzt.
In dieser Folge fragen wir: Wer ist dieser Mann, der dem Reichsbürger-Milieu zugeordnet wird? Welche Warnzeichen gab es – und hätte man ahnen können, dass er eines Tages zu Gewalt greift?
Folge 3: Das Reich in ihren Köpfen
Der Mord am SEK-Beamten Daniel Ernst in Georgensgmünd führt in Deutschland zu einem Umdenken beim Thema Reichsbürger. Die Behörden beginnen, systematisch Daten zu erfassen und Personen zu kontrollieren. Gleichzeitig bildet sich deutschlandweit eine Reichsbürger-Gruppe, die den Sturm des Bundestages plant und auch vor der mutmaßlichen Exekution von hochrangigen Politikern und Politikerinnen nicht zurückschreckt.
In dieser Folge tauchen wir ein in die Gruppe um Prinz Reuß und verfolgen die Spuren der Mitstreitern bis nach Franken.
Folge 4: Was bleibt?
Am 19. Oktober 2016 wird der SEK-Beamte Daniel Ernst bei einem Einsatz in Georgensgmünd in Mittelfranken schwerverletzt. Schüsse von einem Reichsbürger treffen ihn unter anderem in die Lunge. Daniel Ernst stirbt einige Stunden später in einem Krankenhaus.
Für seine Eltern, Jürgen und Viola Ernst, ist nach diesem Oktobertag nichts mehr, wie es einmal war. In Folge 4 erzählen sie fast genau zehn Jahre später von dem Moment, in dem sie sich für immer von ihrem Kind verabschieden mussten und sie erinnern sich gemeinsam an ihren Sohn.
1 Kommentar
Fußgänger25
Mich würde interessieren, ob es nicht auch möglich gewesen wäre den Mann beim Verlassen des Hauses, z. B. auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen o. ä. abzupassen.
12.10.2026 10:45 Uhr