Dinkelsbühl - Ein schwerer Betriebsunfall in einer Werkshalle im Dinkelsbühler Ortsteil Sinbronn hat zu einem Großeinsatz von mehr als 150 Rettungskräften gesorgt. Ein Blausäuregemisch tropfte auf einen Arbeiter, den wohl ein Schutzanzug das Leben rettete.
29.09.2026 14:08 Uhr

Der Betriebsunfall ereignete sich gegen 12.05 Uhr am Montagmittag, berichtet ein Sprecher der Polizei Dinkelsbühl. In der Werkshalle eines Unternehmens in der Amperestraße im Dinkelsbühler Ortsteil Sinbronn habe ein 29-jähriger Mitarbeiter alleine Wartungsarbeiten an zwei Filterpumpen durchgeführt, als es zu dem Vorfall kam.

„Nach bisherigen Ermittlungen trennte der Mann versehentlich die Stromzufuhr der falschen Pumpe vom Netz“, erklärt der Polizeisprecher. „In der Folge trat ein Blausäuregemisch aus der Anlage aus.“ Der Mitarbeiter trug zwar einen Ganzkörper-Schutzanzug, doch das austretende Gemisch sei von oben auf ihn herabgetropft. Durch Luftöffnungen im Schutzanzug gelangte es ins Innere der Kleidung, wodurch der Arbeiter kontaminiert wurde.

Wie der Polizeisprecher erklärt, werden eine Fremdeinwirkung sowie das Verschulden Dritter „nach aktuellem Ermittlungsstand ausgeschlossen“. Das hochgiftige Blausäuregemisch verteilte sich in weiteren Teilen der Werkshalle. „Der Gefahrenbereich war zu jedem Zeitpunkt auf das Innere der Werkshalle begrenzt; für Unbeteiligte außerhalb des Gebäudes bestand keine Gefahr“, teilt der Polizeisprecher mit.

Nach schwerem Betriebsunfall: So geht es dem Mitarbeiter

Aufgrund des schweren Betriebsunfalls wurde jedoch ein Großaufgebot an Rettungs- und Einsatzkräften alarmiert. Neben der Polizei, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk seien rund 150 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Sinbronn, Dinkelsbühl, Wilburgstetten, Mönchsroth, Schopfloch und Schnelldorf sowie Fachberater für ABC-Gefahren im Einsatz gewesen. Feuerwehrleute übernahmen auch die Reinigung und Dekontamination des betroffenen Bereichs.

Doch wie geht es dem Mitarbeiter? „Nach Rücksprache mit dem Notarzt vor Ort konnte eine lebensgefährliche Verletzung zunächst nicht ausgeschlossen werden“, erklärt der Polizeisprecher. „Nach dem aktuellen Informationsstand scheint der betroffene Mitarbeiter jedoch keine weiteren gesundheitlichen Verletzungen aufgrund der getragenen Sicherheitskleidung erlitten zu haben, da er bereits die Klinik wieder verlassen konnte.“


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