
Nürnberg passt seine Planung für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren an. Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen, das stadtweite Ausbauziel von bislang 48 auf 44 Prozent zu senken. Grund dafür ist die rückläufige Nachfrage nach Krippenplätzen und Angeboten der Kindertagespflege. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg hervor.
Mehr als 2700 Eltern haben sich im Frühjahr an einer Befragung des Jugendamts beteiligt. Demnach wünschen künftig rund 43 Prozent der Familien mit Kindern unter drei Jahren tatsächlich einen Betreuungsplatz. Damit liegt Nürnberg nach Angaben der Stadt auf dem Niveau vergleichbarer Werte in Bayern.
Noch vor einigen Jahren war die Situation eine andere: Seit Einführung des Rechtsanspruchs auf Betreuung für unter Dreijährige im Jahr 2013 stieg die Nachfrage stetig, vielerorts gab es Wartelisten. Inzwischen hat sich das Bild geändert. 2025 wurden erstmals in größerem Umfang freie Plätze in Krippen und der Kindertagespflege gemeldet.
Als Gründe nennt die Stadt unter anderem die gestiegenen Lebenshaltungskosten und höhere Elternbeiträge. Zudem hätten Familien in den vergangenen Jahren wegen des Personalmangels teilweise keine ausreichend verlässliche Betreuung erlebt. Auch die sinkenden Kinderzahlen seit 2022 wirken sich auf die Nachfrage aus.
Das neue Ausbauziel von 44 Prozent bedeutet: Zusätzliche Ausbauplanungen sind zunächst nicht mehr notwendig. Bereits laufende Projekte sollen allerdings abgeschlossen werden. Die Stadt will damit weiterhin ein gewisses Polster vorhalten und das Angebot möglichst passend über die verschiedenen Stadtteile verteilen.
Gleichzeitig will die Stadt verhindern, dass bestehende Plätze verloren gehen. Viele Einrichtungen haben einen hohen Sanierungsbedarf. Deshalb könnten in den kommenden Jahren Investitionen in Modernisierungen und Ersatzneubauten notwendig werden. Auch flexiblere Bau- und Betriebskonzepte sowie gegebenenfalls die Schließung stark sanierungsbedürftiger Standorte werden geprüft.
Seit 2013 sind in Nürnberg rund 2800 zusätzliche Betreuungs- und Bildungsplätze für Kinder unter drei Jahren entstanden
Ein weiteres Problem bleibt: Obwohl inzwischen Plätze frei sind, finden nicht alle Familien einen Betreuungsplatz. Die Stadt will deshalb genauer untersuchen, welche Hürden den Zugang zu Krippen und Kindertagespflege erschweren. Gemeinsam mit den Trägern sollen dafür neue Strategien entwickelt werden.
Seit 2013 sind in Nürnberg rund 2800 zusätzliche Betreuungs- und Bildungsplätze für Kinder unter drei Jahren entstanden. Jetzt verschiebt sich der Schwerpunkt: Statt des weiteren Ausbaus geht es zunehmend darum, das vorhandene Angebot zu sichern und dafür zu sorgen, dass die Plätze auch tatsächlich bei den Familien ankommen.

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