
Zum 30. Mal steht Literatur in der Goldschlägerstadt für zehn Tage im Mittelpunkt: Vom 7. bis 15. November lädt das Literaturfestival renommierte und preisgekrönte Schriftstellerinnen und Schriftsteller, aus den Medien bekannte Persönlichkeiten sowie spannende Nachwuchstalente nach Schwabach ein. Geboten wird ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles und unterhaltsames Programm, das den Raum für außergewöhnliche Begegnungen und inspirierende Gespräche öffnet.
Zum Jubiläumsauftakt kommt Europas erfolgreichstes und mehrfach ausgezeichnetes Poesie-Projekt nach Schwabach: das Rilke Projekt „so viel Himmel“. Konzipiert vom vielfach prämierten Komponisten- und Produzententeam Schönherz & Fleer, tritt in der Salonkonzert-Variante mit verdichteter Besetzung unter anderem die Schauspielerin Nina Hoger als Rezitatorin auf.
Literaturkritik und digitale Buchkultur am ersten Sonntag mit Denis Scheck
Bei einer Matinee am Sonntag, 8. November, nimmt Literaturkritiker Denis Scheck seine Zuhörenden mit auf eine literarische Zeitreise durch die Höhen und Tiefen der deutschen Leselandschaft, wenn er in „Schecks Bestsellerbibel“ furchtlos Strafgericht über die SPIEGEL-Bestsellerlisten der letzten 20 Jahre hält. Digitale Medienformate prägen die moderne Buchkultur und so auch LesArt – am Sonntagabend stellt BookTokerin und Buch-Podcasterin Josi Wismar ihren Thriller „Dead Air“ vor. Darin versucht eine YouTuberin, während eines Live-True-Crime-Podcasts das Verschwinden eines Weltbestsellerautors aufzuklären.
Iryna Fingerova erzählt am 9. November in „Zugwind“ so bewegend wie authentisch vom Leben einer jungen ukrainischen Hausärztin in Deutschland, während in ihrem Heimatland Krieg herrscht. Sie schreibt von Wut und Trauer und dem Versuch, Trost und Schönheit in alltäglichen Dingen zu finden. Am 10. November ist Helga Schubert mit ihrem Geschichtenband „Luft zum Leben. Geschichten vom Übergang“ zu Gast. Lakonisch, präzise und voller Menschlichkeit geht Schubert dem Leben auf den Grund. Ihre Texte erzählen von Sehnsucht und Fernweh, von Aufbruch und Abschied, von Diktatur und innerer Freiheit.
Romane über Liebe und eine Coburger Hochrad-Legende
In seinem Roman „Liebe“ taucht Thomas Hettche am 11. November in das größte aller Gefühle ein. Zärtlich und voller Leidenschaft erzählt er von einer späten und umso unbedingteren Liebe und versucht, sich ihrem Wesen, ihrem Wunder und ihrem Abgrund zu nähern. Mit Humor, großer sprachlicher Präzision und großem Einfühlungsvermögen beschreibt Uwe Timm am 12. November die Legende um einen Mann, der mit dem Hochrad durch die Straßen Coburgs fährt und die Kleinstadt damit ordentlich in Bewegung bringt.
Nach fast 15 Jahren hat sich Satire-Altmeister Max Goldt mit seinem neuen Prosaband „Aber?“ im Literaturbetrieb zurückgemeldet. Am 13. November wird er daraus Anekdoten aus seinem Autorenleben, Kolumnen und Dramoletten zu Gehör bringen – stilsicher und komisch wie eh und je. Am Samstag, 14. November, geht es fulminant weiter, denn Tomer Gardis Roman „Liefern“ ist eine Feier der Erzählkunst, wie nur er sie veranstalten kann: Das weltumspannende Gegenwarts-Epos, das tiefgründig und humorvoll zugleich von Essenskurieren auf verschiedenen Kontinenten erzählt, steht zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2026.
Familienlesung und Roman zum Abschluss des Festivals
Bei der Familienlesung am 15. November hat Autor Henrick Clausing nicht nur sein Kindersachbuch „Einzigartig! Leben mit Behinderung“ mit an Bord, sondern auch seinen Hund Filou. Er erzählt von Kindern, deren Familien und ihrem bunten, fröhlichen, herausfordernden, einzigartigen und auch ganz normalen Lebensalltag mit Behinderung. Die Lesung ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle und dem Runden Tisch Inklusion.
Den Abschluss am Sonntagabend macht Özge İnan mit ihrem Roman „Die Dichterin“ – eine hochunterhaltsame Story über die Macht von Geschichten in Zeiten, in denen Aufmerksamkeit ein knappes Gut ist; eine Erzählung über Echtheit und Aneignung, Dichtung und Wahrheit und die Macht des Skandals.
Ausstellung, Stadtrundgang und Angebote für junge Gäste
Neben den Abendlesungen ergänzen etliche weitere Veranstaltungen das Programm: Eine Ausstellung in der Stadtbibliothek zeigt vom 7. bis 15. November „Die schönsten deutschen Bücher 2026“ – insgesamt 25 Publikationen aus fünf Kategorien wurden von der Stiftung Buchkunst als vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Bearbeitung ausgezeichnet. Ein Stadtrundgang zu den „seltsamen Schildern in Schwabach“ eröffnet neue Blicke auf Sprache und Sprachverwendung im öffentlichen Raum und zeigt die Stadt aus einer überraschend anderen Perspektive. Ein Bobbycar-Bilderbuchkino mit Hardy Hamster in der Stadtbibliothek, ein Literaturquiz der Buchhandlung Kreutzer und ein Autorinnensamstag mit Bilderbuchautorin Lisa Tyukodi-Tengler in der Buchhandlung Lesezeichen Buch und Caffè runden das Programm ab.
Für die kostenlosen Schullesungen an allen vierzehn Schwabacher Schulen konnten erstklassige Schriftsteller:innen gewonnen werden. Özge İnan und Josi Wismar stehen neben ihren Abendlesungen für Lesungen an insgesamt vier Schulen zur Verfügung.
Lesungen für Grundschulen und Kooperation mit zwei Städten
Für die Grundschulen liest Eva Lezzi aus „Die Großstadtdetektive“. Die turbulente Detektivgeschichte um eine verschwundene ältere Dame lässt jede Leserin und jeden Leser eifrig miträtseln, um den kniffligen Fall zu lösen. In ihrem mehrfach ausgezeichneten Jugendroman „Please unfollow“ erzählt die junge Autorin Basma Hallak eindrücklich und emotional über digitale Fußabdrücke und deren Folgen in der digitalen und analogen Welt sowie über Persönlichkeitsrechte im Internet, insbesondere von Kindern. LesArt ist eine Kooperation zwischen den Städten Ansbach, Lauf und Schwabach. In allen drei Städten zu Gast sein werden dieses Jahr Helga Schubert und Thomas Hettche.
Kartenverkauf und Informationen zum Literaturfestival
Kartenvorverkauf ab Donnerstag, 1. Oktober 2026. Tickets gibt es über www.reservix.de, vor Ort in Schwabach im Bürgerbüro im Rathaus, beim Schwabacher Tagblatt, im Ticket-Paradise im ORO-Einkaufszentrum sowie überregional an allen Vorverkaufsstellen von Reservix. Information: www.schwabach.de/lesart
Veranstalter: Stadt Schwabach, Kulturamt, in Kooperation mit der Stadtbibliothek, der Gleichstellungsstelle und dem Runden Tisch Inklusion sowie den Buchhandlungen Kreutzer und Lesezeichen Buch und Caffè.



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