Fürth - Im Abstiegskampf hatte das Kleeblatt zuletzt alles in der eigenen Hand. Das ist jetzt nicht mehr so. Nach einem sehr unsauberen wie seltsamen Auftritt verlieren die Fürther 0:2 gegen Paderborn und rutschen auf Platz 17 ab.
05.04.2026 15:25 Uhr

Die Lage des Kleeblatts ist am Samstag wieder ein bisschen bedrohlicher geworden. Dabei sah es im Tabellenkeller der zweiten Liga zuletzt ja wieder deutlich angenehmer aus. Nach zehn Punkten aus fünf Spielen war das Kleeblatt sogar von den Abstiegsrängen bis auf Platz 14 geklettert. Doch dann zeigten zwei Konkurrenten zum Auftakt nach der Länderspielpause, dass sie sich ebenfalls noch lange nicht aufgegeben haben. Am Samstag gewann Arminia Bielefeld 2:1 gegen Aufstiegskandidat SV Darmstadt und der 1. FC Magdeburg sogar 4:1 gegen den VfL Bochum. Die Folge: Die Spielvereinigung rutschte zwischenzeitlich wieder auf Relegationsrang 16 ab.

Die Maßgabe für die kommenden Wochen im Abstiegskampf hatte Heiko Vogel allerdings schon vor dem Wochenende betont. „Wir haben das Privileg, dass wir alles in der eigenen Hand haben und nicht in ein anderes Stadion schauen müssen“, sagte der Trainer. „Dieses Privileg muss man jetzt nutzen.“ Am Ostersonntag nutzte seine Mannschaft dieses aber nicht. Stattdessen ist die Lage des Kleeblatts nach dem 0:2 und einem schwachen Auftritt gegen den SC Paderborn noch ein bisschen bedrohlicher geworden. In die letzten sechs Spiele gehen die Fürther von Abstiegsplatz 17 aus.

Dennis Srbeny fehlt bei der SpVgg Greuther Fürth „angeschlagen“

Der Spieltag begann bereits mit schlechten Nachrichten. Dennis Srbeny, der unter der Woche schon im Training gefehlt hatte, schaffte es „angeschlagen“ nicht ins Spieltagsaufgebot, sodass Maximilian Dietz dessen Platz im Mittelfeld neben Paul Will einnahm. Ansonsten sollten es dieselben Spieler wie vor der Pause in Karlsruhe richten. Anders als dort kam das Kleeblatt aber nicht so gut ins Spiel. In der dritten Minute schoss Torhüter Silas Prüfrock Kollege Will nahe des eigenen Sechzehners an, in der sechsten schoss Paderborns Raphael Obermair aus der Distanz erstmal in Richtung des Fürther Tores, in der siebten erspielten sich die Gäste die erste Ecke.

Die Spielvereinigung kam zunächst kaum aus der eigenen Hälfte heraus - und als sie die erste Ecke herausholte, da schlug Will diese auf den Kopf des erstbesten Gegenspielers. Ansonsten sah man trotz viel Ballbesitz kaum gelungene Offensivaktionen des Kleeblatts, während die Paderborner immer besser wurden: Laurin Curda tanzte Reno Münz aus, schoss dann aber vorbei (15.), nach einem Fehler von Jan Elvedi probierte es Stefano Marino erfolglos (16.), auch Sebastian Klaas‘ abgefälschter Schuss war kein Problem für Prüfrock (20.).

Kurz darauf köpfte Marino aufs Fürther Tornetz (25.), danach verflachte die Partie immer mehr. Erst in der 37. Minute drosch Noel Futkeu den Ball aus 25 Metern über das Paderborner Tor - was allerdings der Beginn der besten Fürther Phase war: Nach einem langen Ball schoss der stark bedrängte Futkeu vorbei (42.), dann probierte es Branimir Hrgota mit einer Direktabnahme aus der Luft und zwang Dennis Seimen zur ersten Parade. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hätte das Kleeblatt in Führung gehen können, nein, müssen: Sayfallah Ltaief dribbelte seinen Gegner im Strafraum aus und legte vor dem Tor quer, wo Futkeu den Ball allerdings aus zwei Metern vorbeischoss.

Nach der Halbzeit machten die Fürther genauso weiter: 38 Sekunden nach Wiederanpfiff konnte Seimen einen Schuss von Jannik Dehm gerade noch an die Latte lenken, kurz darauf konnte Klaus eine Hereingabe nicht richtig kontrollieren. Doch statt 1:0 stand es nach 51 Minuten 0:1: Curda spielte einen perfekten Ball hinter die Fürther Abwehrkette, wo Marino schneller schaltete und lief als Elvedi und die Gäste frei vor Prüfrock in Führung schoss. Danach verspielten die Fürther mehrere gute Möglichkeiten mit unsauberen Pässen leichtfertig, was die 12.085 Zuschauer im Ronhof hörbar verstimmte.

Nachdem es danach auch nicht besser wurde und Dehm einen Schuss aus guter Position in die Nähe der Anzeigetafel gedroschen hatte, wechselte Heiko Vogel erstmals doppelt: Lukas Reich sollte anstelle von Dehm die rechte Abwehrseite beleben, Aaron Keller die linke Außenbahn für den weitgehend blassen Ltaief (64.). Doch nur Sekunden später spielte der wacklige Elvedi dem ebenfalls eingewechselten Paderborner Steffen Tigges den Ball in den Fuß, Prüfrock konnte dessen Abschluss aber halten (65.).

Dann aber setzte Reich ein erstes Ausrufezeichen und traf aus 16 Metern den Pfosten des Paderborner Tores (66.). Doch irgendwie wollte dem Kleeblatt, das immer wieder unsauber spielte, an diesem Nachmittag nichts gelingen. Eine Viertelstunde vor Schluss spielte Hrgota Futkeu perfekt frei, doch der Fürther Angreifer verzog beinahe kläglich (74.). Nachdem der lange verletzte Marco John (für Dietz) sein Comeback gefeiert hatte, schoss Keller aus aussichtsreicher Position nur einen Paderborner ab (78.).

Fünf Minuten vor Schluss entschieden die Gäste die Partie: Tigges spielte von links vor das Fürther Tor, wo der eingewechselte Filip Bilbija schneller schaltete als Elvedi und den Ball zum 0:2 ins Netz drückte. Direkt danach sah man eine Völkerwanderung im Ronhof, überall auf den Tribünen verließen die Menschen das Stadion, während die wenigen Unentwegten noch minutenlang ihr Lied sangen, wonach das Kleeblatt niemals untergehen wird. Es klang fast schon nach Zweckoptimismus.