Nürnberg - Die Preise für Benzin und Diesel steigen und steigen. Der aus Nürnberg stammende Chef der Bahngewerkschaft EVG plädiert deshalb für spürbar günstigere Zugtickets. Auch von anderen Organisationen gibt es Vorschläge, um die Verbraucher zu entlasten.
05.04.2026 10:47 Uhr

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert angesichts der hohen Preise für Diesel und Benzin von der Bundesregierung, für eine Reduzierung der Kosten für Bahntickets zu sorgen.

Der aus Nürnberger stammende Gewerkschaftschef und stellvertretende Vorsitzende des DB-Aufsichtsrats, Martin Burkert, sagte der „Bild am Sonntag“: „Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen.“

Burkert plädiert für einen befristeten Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent. Das wäre „eine schnelle und wirksame Entlastung“.

Naturschutzbund gegen Erhöhung der Pendlerpauschale

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert eine dauerhafte Vergünstigung des Deutschlandtickets und die Einführung eines „Mobilitätsgeldes“ als Ersatz für die bisherige Entfernungspauschale.

Eine erneute Erhöhung der Pendlerpauschale lehnt der Verband ab, da diese vor allem Besserverdienenden zugutekomme, sozial ungerecht und klimapolitisch kontraproduktiv wäre. Stattdessen sollte ein einkommensunabhängiger Betrag pro Pendelkilometer gewährt werden. Dies könne entweder steuerlich verrechnet oder direkt ausgezahlt werden.

Ziel sei es, insbesondere Menschen mit geringem Einkommen zu entlasten und Anreize für klimafreundliche Verkehrsmittel zu schaffen. Zudem fordert der BUND den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, vor allem im ländlichen Raum. Das Deutschlandticket sollte nach Ansicht des Verbands nicht nur dauerhaft günstig bleiben, sondern auch durch ein bundesweites Sozialticket ergänzt werden, um „Mobilitätsarmut“ zu vermeiden.

Der Städte- und Gemeindebund sieht hingegen in niedrigeren Steuern eine geeignete Maßnahme, um den steigenden Energiepreisen zu begegnen. Notwendig sei eine sofort wirksame und zeitlich befristete Entlastung für Bürger, den Mittelstand und das Handwerk, sagte Hauptgeschäftsführer Berghegger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Gegen hohe Spritpreise: Mehrwertsteuer für Lebensmittel soll sinken

Konkret schlägt er vor, die Steuern auf Energie und Güter des täglichen Bedarfs für sechs Monate spürbar zu senken. Dies verringere die Energiekosten und entlaste die Pendler, das Handwerk und die Wirtschaft, heißt es in dem Bericht weiter.

Konkret fordert Berghegger eine Senkung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel und weitere Güter des täglichen Bedarfs, denn „eine befristete Steuersenkung erzielt schnell Effekte und ist anderen Vorschlägen, wie etwa einer Einmalzahlung, vorzuziehen“, sagte er.