
Am 21. März trafen sich in Schwabach acht Erwachsene und zehn Kinder zu einem gemeinsamen Frühjahrsputz in ihrer Umgebung. Die Teilnehmer versammelten sich am Samstagnachmittag an der Ecke Galgengartenstraße/Siedlungsstraße, ausgerüstet mit Müllzangen, Handschuhen, Eimern und Mülltüten. Die Aktion war durch handschriftliche Plakate bereits einige Tage zuvor in der Nachbarschaft angekündigt worden. Neben den bekannten Teilnehmern beteiligten sich auch neue Helfer an der Müllsammlung.
Solche Bürgerinitiativen haben in Schwabach bereits eine jahrelange Tradition und finden regelmäßig statt. Die Stadt unterstützt derartige ehrenamtliche Aktionen durch die Bereitstellung von Sammelstellen und die kostenlose Entsorgung des gesammelten Mülls. Die Gruppe teilte sich auf und arbeitete sich rechts und links auf den öffentlichen Wegen neben der Goldschlägerhalle und dem Sportplatz entlang Richtung Norma in der Fürther Straße vor. Anschließend ging es gemeinsam weiter Richtung OBI, wo der gesammelte Müll an einem mit der Stadt vereinbarten Ort abgelegt wurde.
238 Schnapsflaschen auf 1,3 Kilometern: Müllsammlung deckt erschreckende Glasabfall-Konzentration auf
Die gewählte Route führte bewusst durch häufig frequentierte Bereiche, wo erfahrungsgemäß besonders viel Abfall anfällt. Innerhalb von zwei Stunden legte die Gruppe eine Strecke von 1,3 Kilometern zurück und befreite dabei öffentliche Wege sowie angrenzende Grünflächen von Abfall. Die Sammler mussten während der Reinigungsaktion häufig anhalten, was die deutlich längere Gehzeit im Vergleich zu einem normalen Spaziergang erklärt. Besonders zeitaufwändig gestaltete sich das Aufsammeln kleinerer Müllteile wie Zigarettenstummel, Bonbonpapiere und Kronkorken.
Insgesamt sammelten die Teilnehmer 300 Liter Müll und über 300 Glasbehälter auf. Umgerechnet auf die zurückgelegte Strecke bedeutet das im Durchschnitt einen Glasbehälter und einen Liter Müll auf vier Metern. Diese erschreckend hohe Müllkonzentration verdeutlicht das Ausmaß der Umweltverschmutzung in städtischen Bereichen. Bei den gefundenen Glasbehältern handelte es sich um 238 kleine weiße Schnapsflaschen mit je 0,2 Liter Inhalt, zehn kleinere braune Schnapsfläschchen, 28 Bierflaschen sowie 41 größere Flaschen, überwiegend Wodkaflaschen.
Alkoholflaschen und defektes Auto prägen Müllbild auf Privatgeländen von Norma und OBI
Zusätzlich fanden die Sammler Schraubgläser wie Marmeladen- oder Instantkaffeegläser. Die hohe Anzahl an Alkoholflaschen deutet auf problematischen Alkoholkonsum im öffentlichen Raum hin. Neben den Glasbehältern entdeckten die Teilnehmer auch Metallgegenstände, Plastikverpackungen, Zigarettenschachteln und sogar einzelne Kleidungsstücke. Ein seit mehreren Wochen am Straßenrand abgestelltes, defektes Auto fiel den Müllsammlern ebenfalls auf, konnte jedoch nicht abtransportiert werden.
Besonders viel Müll lag auf dem Gelände von Norma und OBI. Da es sich dabei um Privatgelände handelt, können die Sammler diese Bereiche nicht reinigen. Die Organisatoren dokumentierten die Verschmutzung mit Fotos und planen, die entsprechenden Unternehmen direkt zu kontaktieren. Die Teilnehmer der Aktion hoffen, dass die Unternehmen selbst für die Pflege ihrer Flächen sorgen oder ihre Kunden stärker dazu motivieren, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen.
Fünf Minuten Müllsammeln genügen für saubere Straßen im Stadtteil
Sie wünschen sich zudem, dass mehr Menschen ihren Müll direkt in die dafür vorgesehenen Container und Abfalleimer entsorgen, anstatt ihn in der Umgebung fallen zu lassen. Studien zeigen, dass eine saubere Umgebung präventiv gegen weitere Vermüllung wirkt. Die Sammler betonen, dass bereits fünf Minuten Müllsammeln einen Unterschied machen können. Für Kinder eignet sich die Tätigkeit als Beschäftigung gegen Langeweile und lässt sich mit kleinen Wettbewerben gestalten. Die Aktion bietet zudem Gelegenheit für Gespräche zwischen den Teilnehmern und stärkt das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil. Für die nächste Aktion ist bereits eine Erweiterung auf angrenzende Straßenzüge geplant.
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