Schwabach - In Schwabach stellten zehn Teams Ideen für die Unternehmensgründung vor und erhielten direktes Feedback vom Publikum.
03.04.2026 11:11 Uhr

Volles Haus, starke Ideen und viel Raum für persönliches Feedback: Beim IdeenPitch von BayStartUP im Gründerzentrum „Schwung“ in Schwabach präsentierten zehn Gründerinnen und Gründer vergangene Woche ihre Geschäftsideen in kompakten drei-Minuten-Pitches.

Begrüßt wurden die Gäste von Harald Hubert vom Netzwerk BayStartUP sowie von „Schwung“-Geschäftsführerin Theresa Wetz. „Unser Schwung ist eine Netzwerkplattform, die Raum für Ideen, Austausch und Beratung bietet. Darüber hinaus vermieten wir Büros – vom Co-Working-Platz für einzelne Tage bis hin zum ersten eigenen Gründerbüro für den Business-Start“, so Wetz.

Format ohne Folien, Fokus auf Personen

Schon zum Auftakt wurde deutlich, was den Reiz des Formats ausmacht: Beim IdeenPitch stehen die Menschen und ihre Ideen im Mittelpunkt – ohne Präsentation, ohne Beamer, dafür direkt, persönlich und auf den Punkt gebracht.

Für einen inspirierenden Impuls vor dem Start der regulären Pitches sorgte Bernhard Mott mit einem Premium-Pitch. Er stellte seinen Weg zur Gründung seiner Unternehmen BachelorPrint und ScanProfi vor, die in Schwabach verankert sind; die Druckerei hat ihren Sitz im benachbarten Büchenbach. Von dort aus versenden sie gedruckte Abschlussarbeiten per Express in die ganze Welt, mit dem Anspruch, das beste Produkt zu erstellen. Sein Tipp an alle Gründenden: „Sucht euch immer ein zweites Standbein. Von vornherein haben wir mitgedacht, dass die Digitalisierung der Abschlussarbeiten auch an den Universitäten immer mehr Einzug halten wird und haben uns zusätzlich mit Scanner-Dienstleistungen spezialisiert“, so Mott.

Ideen-Pitches: Technik, Gesundheit, Daten

Im Anschluss folgten die Ideen-Pitches: Andrea Heck und Annette Bausewein, ein Team mit Expertise in Informatik und Kreativität, stellten mit Andropa einen Ansatz vor, humanoide kognitive Roboter für verschiedene B2B-Dienstleistungsbereiche zu trainieren und damit dem Fachkräftemangel intelligent zu begegnen.

Mit AutoAquaControl präsentierte Angelika Endres einen innovativen, autarken Wasserdetektor, der Leckagen frühzeitig erkennt und drahtlos meldet. Das wartungsfreie, patentierte System ist insbesondere für schwer zugängliche Einbauorte gedacht und soll dabei helfen, Wasserschäden in Gebäuden wirksam zu begrenzen.

Stefan Bechtloff mit seinem Team von der GOAL Software Solutions präsentierte einen „Algorithms as a Service“-Ansatz, mit dem sich auf einem normalen Computer 3,7 Milliarden Sätze in nur zwölf Millisekunden durchsuchen lassen, um schnelle und präzise Datenanalysen durchführen zu können. Christoph Vogel stellte mit IMVEE eine All-in-One-Security-Plattform vor, die Datenschutz, Regulatorik und Schnittstellen zentriert, damit nicht zehn verschiedene Tools genutzt werden müssen.

Julius Berg präsentierte mit MediMeets eine Plattform für den ambulanten Gesundheitsmarkt, die Arztpraxen bei der Auswahl passender digitaler Lösungen wie Praxissoftware, Online-Terminbuchung und digitale Anamnese unterstützen soll. Bastian Sedlmeier stellte mit MindCare eine geplante digitale Gesundheitsanwendung vor, die Menschen mit psychischen oder seelischen Erkrankungen in kritischen Phasen, insbesondere während der Wartezeit auf einen Therapieplatz, unterstützen soll.

Tim Dürrschmidt präsentierte mit Nova Catalyst ein KI-gestütztes Terminal, das Marktforschung für Gründerinnen, Gründer und Innovationsteams deutlich beschleunigen soll und mit eigenem Score von 0 bis 100 Auskunft über den potenziellen Erfolg einer Geschäftsidee gibt.

Florin Tudose stellte mit OneFamily.uno ein Open-Source-Ökosystem vor, das über ein kryptowährungsbasiertes Belohnungssystem mittels Token lokale Gemeinschaften stärken will, ähnlich der Nachbarschaftshilfe. Ein Token entspricht einer Stunde Zeit, egal ob ein Transporter oder ein Werkzeug ausgeliehen wird. Martin Kräter präsentierte mit Rivercyte ein Verfahren zur Erkennung von Krankheiten durch das Abtasten einzelner Blutzellen. Das Unternehmen hat dafür das Konzept der Verformbarkeitszytometrie entwickelt und mit „Naiad“ bereits ein entsprechendes Produkt gebaut.

Nach dem letzten angemeldeten Pitch gab es zudem noch einen spontanen weiteren Auftritt: Max Dörr nutzte die Gelegenheit, um seine blockchain-basierte Spendenplattform chacha.charity vorzustellen, die transparent aufzeigen soll, dass das Spendengeld vollständig beim Empfänger ankommt.

Das Publikum - bestehend aus lokalen Unternehmern und Gründern, Vertretern aus Politik und Stadtgesellschaft sowie einigen Business Angels - erhielt nach jeder Vorstellung die Gelegenheit, Fragen zu stellen und direktes Feedback zu geben.

Im Anschluss nutzten viele die Möglichkeit, sich bei einem Imbiss weiter auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.