Fürth - Das Lazarett lichtet sich immer mehr. Wenn das Kleeblatt am Sonntag den SC Paderborn empfängt, kann der Trainer personell beinahe aus dem Vollen schöpfen. Nicht nur deshalb ist Heiko Vogel derzeit gut gelaunt.
02.04.2026 12:39 Uhr

Einen Zettel braucht es schon länger nicht mehr. Es gab Zeiten, da waren beim Kleeblatt so viele Spieler verletzt, dass die Mitarbeiter des Vereins bei den Pressekonferenzen alle Namen von einem weißen Blatt Papier ablesen mussten, um nur niemanden zu vergessen. Am Donnerstag war der obligatorische Punkt „Personal“ sehr schnell abgehakt: Mit Sacha Bansé, der tags zuvor individuell mit dem Athletiktrainer an seinem Comeback arbeitete und Torhüter Timo Schlieck, den man seit seiner erneuten Verletzung nicht mehr am Trainingszentrum gesehen hat, fehlen nur noch zwei Spieler.

Ansonsten sind laut Vereinsangaben alle fit für das Heimspiel am Ostersonntag gegen den SC Paderborn (13.30 Uhr). Auch Marco John, der nach langer Pause wieder mit der Mannschaft trainieren kann. „Jetzt fehlen nur noch zwei Spieler“, sagte Trainer Heiko Vogel. „Das sind schon mal gute Nachrichten. Auch alle Nachrichten von den Nationalspielern von ihren Aufenthalten rund um die Welt sind positiv. Keiner ist verletzt, alle durften Einsatzzeiten sammeln - der eine mehr, der andere weniger.“

Viele Nationalspieler der SpVgg Greuther Fürth unterwegs

Manchen der Weltenbummler dürften die jüngsten Reisen auch ein bisschen länger beschäftigen. Doni Arifi hat in Neuseeland sein Debüt für die finnische Nationalmannschaft gegeben, Sayfallah Ltaief war mit Tunesien in Kanada unterwegs. Einen Jetlag dürften also beide nach langen Flügen durch die Zeitzonen haben, Vogel sieht trotzdem lieber das Positive. „Es waren Donis erste beide Einsätze bei der A-Nationalmannschaft, das ist für ihn etwas ganz Besonderes“, sagte der Trainer. „Ich sehe es als große Auszeichnung, darauf können die Spieler stolz sein, denn das heißt, dass sie etwas geleistet haben, was sie dazu befähigt, die Landesfarben zu vertreten.“

So eine „Reise um den ganzen Globus“ sei für ihn als Trainer natürlich „suboptimal, aber das möchte ich hintenanstellen“. Auch bei Silas Prüfrock, der sein, wenn auch sehr kurzes, Debüt für die deutsche U20 gegeben hat, Reno Münz (ebenfalls U20), Aiman Dardari (Luxemburg), Aaron Keller (Schweiz U21) sowie Talent Raul Marita (Rumänien U20) setzt Vogel auf einen gewissen Schub durch die Nominierungen. Im Saisonendspurt werden alle gebraucht, um die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Bei der öffentlichen Einheit am Mittwoch war durchaus zu sehen, dass sich die Saison so langsam ihrem Ende zuneigt. Mit Maximilian Dietz, Philipp Ziereis und Dennis Srbeny fehlten neben den Nationalspielern drei Stammspieler aus Gründen der vielzitierten „Belastungssteuerung“, sodass es auf dem Platz noch ein bisschen leerer war. Laut Vogel ist der Einsatz des Trios am Sonntag aber nicht gefährdet - und auch ansonsten nimmt der Trainer ein gutes Gefühl mit aus der kurzen Pause.

Das geheime Testspiel bei Red Bull Salzburg verloren die Fürther zwar mit 0:1, für Vogel war es trotzdem „ein sehr gelungener Test mit einer etwas durchwachsenen Anreise“, wie er am Donnerstag erzählte. „Wir sind am Irschenberg kurz festgesteckt, weshalb die ersten fünf Minuten ein bisschen beschwerlich waren. Innerhalb dieser fünf Minuten ist auch das Gegentor gefallen. Ansonsten haben wir vor allem defensiv eine unglaublich solide Leistung gebracht, die ich sehr lobenswert fand, weil wir in dieser Zusammensetzung so noch nie gespielt haben.“

Als Trainer freute er sich vor allem darüber, „dass die defensiven Mechanismen auch in dieser Zusammensetzung nahezu reibungslos funktionieren“, der Ausflug kurz hinter die österreichische Grenze habe „aber auch offenbart, dass wir offensiv noch zulegen dürfen“. Am besten schon am Ostersonntag - wenn mit dem SC Paderborn die nächste Spitzenmannschaft im Ronhof vorbeischaut.