Nürnberg - Wer hat den Größten? Auch unter Architekten scheint das eine entscheidende Frage zu sein - zumindest, wenn man einen Blick nach Frankfurt wirft. Hier erscheint ein Wolkenkratzer höher als der andere. Aber wo stehen die bundesweiten Top fünf?
02.04.2026 10:30 Uhr

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Da haben wir es in der Frankenmetropole gut: Hier gibt es noch allerlei Stellen, an denen man den Wolken beim Vorüberziehen zugucken kann, ohne sich dabei den Nacken zu verrenken, weil man an einem Hochhaus vorbeigucken muss. Die Kaiserburg thront gelassen auf ihrem Burgberg, aber drum herum fast freie Sicht - ohne immer neue Wolkenkratzer, die alle zwei Monate aus dem Boden schießen.

Anders sieht es in Frankfurt aus, der Stadt der vertikalen Superlativen. Hier sorgt die Skyline für Staunen und allerlei Baukosten. Die Hochhäuser sind hier so hoch, dass sie glatt alle anderen bundesweiten Kandidaten vom Treppchen verdrängen. Ausnahmslos alle Top fünf der höchsten Gebäude Deutschlands kommen aus: Frankfurt. Die Mainmetropole beherbergt alle 20 der insgesamt 22 Wolkenkratzer der Bundesrepublik mit einer Höhe von über 150 Metern. Außerhalb von Frankfurt sind bisher lediglich der Post Tower in Bonn und der Estrel Tower in Berlin mit dabei.

Doch damit könnte bald Schluss sein. Das Ranking wird sich in Zukunft weiter verändern – zumindest, wenn angekündigte Projekte wirklich realisiert und abgeschlossen werden. Der Millennium Tower in Frankfurt mit geplanten 288 Metern wäre nach Fertigstellung das höchste Gebäude Deutschlands. Er soll um das Jahr 2030 fertig werden. Aktuell ist das Projekt jedoch ausgesetzt. Der Bau des Elbtower in Hamburg steht ebenfalls still. Eigentlich sollte er schon 2025 stehen, Baustopp war dann im Oktober 2023 und der Zeitplan mit der Insolvenz der Signa-Gruppe hinfällig. Doch der Bürgermeister zeigt sich optimistisch: Der Elbtower soll bis 2029 fertig werden und auch das Naturkundemuseum soll bis dahin einziehen.

Ob sich die beiden Projekte wirklich so schnell realisieren lassen, ist ungewiss. Fest steht aber: Der Bau in die Vertikale bleibt dynamisch - und das Rennen um das höchste Gebäude ein ständiges Übertrumpfen.

Den umkämpften Platz 1 sichert sich der Commerzbank Tower mit einer Höhe von 259 Metern. Das Hochhaus wurde 1997 nach den Plänen von Norman Foster errichtet und gilt als Vorreiter nachhaltiger Hochhausarchitektur. Sein Entwurf setzte Maßstäbe: offene Wintergärten, natürliche Belichtung und ein durchlüftbarer Kern. Diese Prinzipien wurden später vielfach weiterentwickelt und aufgegriffen. Zählt man die Antennenspitze hinzu, schafft der Commerzbank Tower eine Gesamthöhe von 300 Metern. Bis 2012 galt er als das höchste Gebäude Europas.

Commerzbank Tower am Abend, Frankfurt am Main, Hes
Es ist schwer die Spitze mit der Kamera einzufangen, so hoch ist der Commerzbank Tower in Frankfurt am Main. © Stefan Ziese/imagebroker

Die Silbermedaille holt sich der Messeturm als zweithöchstes Hochhaus Deutschlands. Mit 256,5 Meter prägt er schon seit 1990 die westliche Frankfurter Skyline. Eine Hommage von Helmut Jahn an die Architektur der 1920er- und 30er-Jahre in New York. Doch trotz dieser Referenzsprache handelt es sich um ein postmodernes Bauwerk - mit der ikonischen Pyramide als baulichem Abschluss.

Buchmesse Frankfurt 2025
Neben dem Messeturm (links) in Frankfurt am Main wirken die Menschen, die gerade von der Frankfurter Buchmesse kommen, wie Miniatur-Figuren. © IMAGO/Jürgen Kessler/IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Der FOUR Tower mit 233 Metern Höhe schafft es gerade noch aufs Treppchen. Er ist der höchste in einem Ensemble aus vier Türmen, das vom vom Amsterdamer Büro UNStudio entworfen wurde. Mit seinen 59 Stockwerken bietet er ausschließlich Büroflächen - mit einem wohl atemberaubenden Ausblick für die darin arbeitenden Angestellten.

Froschperspektive auf die Hochhäuser im Bankenvier
Aus der Froschperspektive wirkt es fast, als hätte man einen Knick in der Optik: Der FOUR Tower im Bankenviertel in Frankfurt. © imageBROKER/Stefan Ziese

Mit einem Sprung von 25 Metern in die Tiefe landet man auf dem Hochhaus der Westendstraße 1, das mit 208 Metern den Platz vier belegt. Es wurde 1993 fertig. Die unverwechselbare runde Form wird ergänzt durch die kranzartige Stahlstruktur an der Spitze. Die DZ Bank hat hier ihren Hauptsitz.

Hochhaus_Frankfurt
Keinen eingängigen Namen, dafür eine unverkennbare Silhouette: Das Hochhaus in der Westendstraße 1 in Frankfurt am Main. © Imago / Imagebroker

Den fünften Platz müssen sich zwei Gebäude teilen. Eines davon ist der 1999 eröffnete Main Tower mit 200 Metern. Der stammt aus der Hand des Frankfurter Büros Schweger + Partner. Damals war es das erste voll verglaste Hochhaus Europas. Eine weitere Besonderheit: Die Aussichtsplattform ist öffentlich zugänglich und bietet einen ungehinderten Blick über die Stadt.

Der Main-Tower in der Innenstadt mit dem Logo sein
Es erinnert an eine Zuckerstange, die in einem Schirmständer steckt: Der Main-Tower in der Innenstadt Frankfurts. © Christoph Hardt via www.imago-im/imago images/Future Image

Ebenfalls auf dem fünften Platz und damit noch in Deutschlands Top 5 ist der Tower 185. Markant ist der runde Turm in der Mitte, der umarmt wird von zwei eckigen Teilen des Ensembles. Er ist der jüngste unter den Fünf und wurde es 2011 nach den Plänen von Christoph Mäckler fertig. Der Name sollte die ursprünglich geplante Höhe ankündigen. Geklappt hat das leider nicht. Im Verlauf der Planung wurde das Gebäude auf 200 Meter erweitert. Der Turm steht in unmittelbarer Nähe zur Messe Frankfurt. Er markiert den östlichen Auftakt zum Europaviertel.

Symmetrischer Blick auf den Tower 185 in Frankfurt
Der Blick führt durch einen halbkreisförmigen Vorplatz auf den Tower 185 in Frankfurt am Main. © Imago/ Thorsten Wagner/ W2Art