
Wie kann etwas seit über 80 Jahren verschwunden sein und doch noch existieren? In Berlin findet man eine Antwort auf diese Frage. Es gab einmal ein berühmtes Kaffeehaus, das Romanische Café nahe der Gedächtniskirche. Hier verkehrte die Elite der Weimarer Republik: der Schriftsteller Bertolt Brecht, die Maler Max Liebermann und Otto Dix, der Regisseur Billy Wilder und der Schachweltmeister Emanuel Lasker. Doch 1943 wurde das Gebäude bei Bombenangriffen zerstört und es war vorbei mit dem traditionellen Romanischen Café.
Trotzdem gibt es heute noch eine schöne Erinnerung daran. Ein kleine, aber feine Dauerausstellung im Europa-Center, an dessen Stelle früher das Kaffeehaus stand, erinnert an den legendären Ort. Das Kuratorenteam hat sich viel Mühe gegeben. Ausstellungsstücke aus der Zeit wie ein Kneifer, ein Schachlehrbuch, Kaffeetassen mit Goldrand, ein Tintenfass, alte Tageszeitungen und Fotos aus den 20er und 30er Jahren verschaffen den Besucherinnen und Besuchern einen guten Eindruck.
Erich Kästner beschrieb das Café einst als „Wartesaal der Talente“, sein Kollege Kurt Tucholsky sagte „Alle Wege führen nach Berlin - und ins Romanische“.
Wie komme ich hin: Europa-Center am Breitscheidplatz, Tauentzienstraße 9-12, 10789 Berlin. Immer freitags und samstags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Nächste Haltestelle ist der U- und S-Bahnhof Zoologischer Garten.


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