
Dass der Fürther Oberbürgermeister gerne mit dem Fahrrad fährt, weiß nun die ganze Republik. Zumindest all jene, die am Dienstagabend das ZDF eingeschaltet haben. Im Magazin „Frontal“ konnte man Thomas Jung in dem Beitrag „SPD: Reformdruck und Richtungsstreit“ kurz nach 21 Uhr dabei zusehen, wie er mit dem Zweirad zunächst zum Zukunftssalon „Tataa!“ am Grünen Markt und dann, am Morgen danach, zum Willy-Brandt-Haus in Berlin rollte. In Fürth hatte ihn ein Kamerateam dafür zum „Stadtgespräch“ mit Bürgerinnen und Bürgern begleitet, in der SPD-Parteizentrale ging es tags darauf um die Krise der Sozialdemokratie.
„Die Lage ist natürlich dramatisch“, sagte Jung dort im Interview. Die SPD werde wahrgenommen als Partei, die „den Sozialstaat, die Rentner, aber nicht die Menschen, die zur Arbeit gehen, im Blick hat“. Anders als in anderen TV-Formaten, in denen Jung zuletzt zu sehen war, erfuhr man in der ZDF-Sendung zwar wenig Konkretes zu seinem Erfolgsrezept. Er kümmere sich auch um die kleinen Dinge, hört man den Sprecher sagen, Jung redete über kaputte Druckleitungen für Abwasserkanäle und zu kaltes Wasser beim Babyschwimmen im Hallenbad. Dafür kommen aber Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Eine Fürtherin lobt etwa den sehr guten Haushalt, ein anderer erklärt, man spüre, dass in Fürth wirklich etwas passiere und sich an vielen Orten etwas zum Besseren wende.
Fürther OB Thomas Jung bei „Frontal“: SPD muss Reformen anstoßen
Wie seine Partei wieder zu alter Stärke gelangen könnte, durfte Jung dann beim Treffen mit der SPD-Spitze und anderen Oberbürgermeistern diskutieren - mit durchaus zufriedenstellendem Ergebnis, wie er danach im Gespräch mit der Redaktion bekanntgab. Bei „Frontal“ lautete sein Appell: „Die SPD muss jetzt in die Offensive gehen.“ Man könne das Land jetzt nicht noch ewig warten lassen, sondern müsse „Reformen anstoßen“.
Wegen seines guten Wahlergebnisses von rund 72 Prozent war der Fürther OB zuletzt mehrfach im Fernsehen zu sehen, etwa im ARD-Morgenmagazin. Der Auftritt bei „Frontal“ dürfte aber vorerst der letzte gewesen sein. „Jetzt ist aber auch mal wieder gut“, postete Jung am Dienstag auf Facebook.

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