Nürnberg/Würzburg - Petra Kellys Leben dauerte nur 45 Jahre, ihr Vermachtnis reicht bis heute. Wer war der Mensch Petra Kelly und wie war ihre Beziehung zu Franken, wo ihre geliebte Großmutter lebte und ihre Schwester starb? Folge 3 der „Größten Franken aller Zeiten“.
01.04.2026 13:00 Uhr

Gründungsmitglied der Grünen, feministische Akivistin der ersten Stunde, Kopf der Friedensbewegung der 80er Jahre, Politikone: Petra Kelly war vieles, doch war sie vor allem eine Person, die immer bis zum Äußersten ging - und darüber hinaus. In ihrem globalen Kampf für Gleichberechtigung und Frieden, gegen atomare Aufrüstung, für die Umwelt und die Rechte Unterdrückter opferte sie auch ihre Gesundheit, litt bis zu ihrem grausamen Tod 1992 wegen ständiger Bedrohungen politischer Gegner unter Panikattacken und Angstzuständen.

Doch wer war der Mensch Petra Kelly und wie war ihre Beziehung zu Franken, wo ihre geliebte Großmutter Kunigunde Birle lebte und ihre Schwester 1979 starb? Wie wuchs sie auf zwischen Nürnberg, Würzburg, Günzburg und den Vereinigten Staaten, mit einem Stiefvater aus der US-Army und einer Politisierung, die in Robert F. Kennedys Vorwahlkampf 1968 begann und mit dem Mauerfall 1989 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte?

Kurz darauf fliegen die Grünen, an deren Gründung Petra Kelly 1980 beteiligt ist, aus dem Bundestag und lassen eines ihrer prominentesten Mitglieder fallen. Die unermüdliche Kämpferin zieht sich immer mehr in ihr Haus in Bonn-Tannenbusch zurück.

Nichts deutet darauf hin, dass Petra Kelly sterben wollte

Im Oktober 1992 ist die junge Bundesrepubik dann im Schock: Gert Bastian, ihr damaliger Lebensgefährte und ein Ex-Generalmajor der Bundeswehr, der in den 80er Jahren auf die Seite der Friedensbewegung wechselt, und Kelly werden tot aufgefunden. Mutmaßlich beide erschossen von Bastian selbst. Die Öffentlichkeit spricht schnell von erweitertem Suizid, doch nichts deutet darauf hin, dass Kelly sterben wollte. Wie kam es zu der Tat? Welche Rolle spielten die Stasi-Akten Bastians, deren Einsicht Kelly forderte und er immer wieder verzögerte?

Folge drei der „Größten Franken aller Zeiten“ taucht ein in das Vermächtnis einer Frau, der nationale Grenzen schon früh zu eng waren und die zwischen New York und Sydney, Brüssel und Bonn, Berlin und Nürnberg zeitlebens gegen Ungerechtigkeit kämpfte - egal ob in der eigenen Partei oder auf der Straße.

So funktioniert der VNP-Podcast „Die größten Franken aller Zeiten“

Zehn Folgen, zehn große Persönlichkeiten, zehn Mal Eintauchen in Biografien, diskutieren, streiten und Spaß haben - Thomas Correll und Lukas Koschyk machen sich auf eine aberwitzige Reise durch die Geschichte Frankens und der Menschen, die sie geprägt haben. Aus zehn Kandidatinnen und Kandidaten wollen die beiden Redakteure den oder die Größte bestimmen - die drei Kategorien sind: Genialität, Einsatz und Vermächtnis. In jeder sind maximal zehn Punkte zu vergeben, dazu kommt das Ergebnis des Votings, in dem alle Leserinnen und Leser des VNP vorab selbst ihre Reihenfolge bestimmen konnten. Als Fränkin oder Franke zählt in unserer Definition, wer hier geboren ist oder entscheidend gewirkt hat. Geografische Grundlage sind die drei Bezirke Ober-, Unter- und Mittelfranken.

Eine Anmerkung noch in eigener Sache: Natürlich vergleichen wir hier Äpfel mit Birnen, dieser Irrsinn ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Die beiden Redakteure sind keine Wissenschaftler und tragen keine Doktortitel. Wir suchen große Namen und gute Geschichten, egal ob Mann oder Frau, alt oder jung, tot oder lebendig - und freuen uns unter podcast@vnp.de jederzeit über Rückmeldungen, egal ob positiv oder kritisch. „Die größten Franken aller Zeiten“ ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen zu finden, viel Spaß beim Zuhören.

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Podcast: Lukas Koschyk (links) und Thomas Correll (rechts) suchen die größten Fränkinnen und Franken aller Zeiten. © Hans-Joachim Winckler