Göppingen - Zur Pause hat der HC Erlangen einen Auswärtserfolg am Palmsonntag klar vor Augen. Im zweiten Durchgang verhindern verschiedene Drehmomente beim 24:27 gegen Frisch Auf Göppingen jedoch ein fränkisches Gute-Laune-Comeback in der Fremde.
29.03.2026 18:30 Uhr

Der letzte Eindruck war noch taufrisch, als die Enttäuschung der Spieler vom Applaus des mitgereisten Anhangs aufgefangen wurde. Auf ein Gute-Laune-Comeback hatten sie beim HC Erlangen am Palmsonntag gehofft – und dafür gegen Frisch Auf Göppingen in der ersten Hälfte auch die Voraussetzungen geschaffen. Dass am Ende ein 24:27 (14:11) stand, entsprach der vor der Pause in der Hohenstaufenhalle gezeigten HCE-Leistung nicht. Als nach der Pause der Schwung vorne und hinten nachließ, wurden die Drehmomente gleichwohl zu groß.

Der Start der Partie war aus Erlanger Sicht bereits ambivalent gewesen. In der Abwehr, in die Maciej Gebala zurückkehrte, arbeitete der HCE aufmerksam. Weil man im Vorwärtsgang zu ungenau agierte, fehlten dem intensiven Duell aber die Tore. Während in der Offensive Luft nach oben blieb, gefiel Torhüter Tin Herceg mit Paraden. Dass Marek Nissen mit dem ersten Treffer der Partie auch vorne das Ventil fand (6.), tat dem Handballclub ebenso gut wie Tim Gömmels zielsichere Konsequenz bei Gegenstößen. Nissens Wurfgewalt und Gömmels Tore-Schwung verbesserten Erlangens Situation. Viggó Kristjánsson verwandelte seinen zweiten Siebenmeter cool und erzielte das 10:7 (20.).

Die „Hölle Süd“ blieb kalt, was an Erlangens präzisen Abschlüssen und der starken Abwehrarbeit lag. Weil Herceg weiter parierte, Gömmel ein Kempa-Zuspiel verhinderte und Antonio Metzner wertvoll wurde, führte Erlangen zur Pause mit 14:11. „Sehr gut, Männer. Ihr spielt überragend“, hatte HCE-Coach Johannes Sellin sein Team bereits zuvor gelobt.

Die auch Erlangens Personalnot geschuldete Gegentor-Flut vor der Länderspielpause in Berlin schien eine alte Kamelle und der erste HCE-Sieg in der Fremde seit September absolut möglich. Der zweite Durchgang wurde für Erlangen jedoch höllisch schwer, obwohl Andri Rúnarsson per Siebenmeter das 16:12 markierte (34.). Was zuvor einfach war, wurde immer komplizierter - auch weil Frisch Auf sich deutlich steigerte.

Antonio Metzner trifft trotzig in Göppingen und verzweifelt an Frisch-Auf-Keeper Buchele

Vorne vergaben Gebala und Øverjordet, hinten wurden die Räume zu groß. Als Elias Newel einen Fünf-Tore-Lauf abschloss, führte Göppingen mit 17:16 (41.). Erlangens Vorsprung war dahin und die „Hölle Süd“ aufgetaut. Nissen und Metzner hielten Erlangen mit ihren Rückraumwürfen in einer packenden Schlussphase in Schlagdistanz. Auf die Wurfqualität von Erik Persson antwortete Gebala am Kreis, Bialowas erzielte den Anschluss zum 23:24 (56.). Nachdem Metzner an Julian Buchele verzweifelt war und Frisch-Auf-Vitalizer Rutger ten Velde erneut getroffen hatte, war die zur Pause unwahrscheinliche Niederlage nicht mehr abzuwenden.


Info

HC Erlangen: Herceg, Ghedbane; Nissen 5, Rúnarsson 4/4, Bialowas 3, Metzner 3, Kristjánsson 3/2, Gömmel 3, Øverjordet 1, Firnhaber 1, Gebala 1, Kos, Scheerer, Schultz, Buck.