Erlangen/Landkreis Erlangen-Höchstadt - Wirbel um straffällig verurteilte AfD-Kandidaten, Aufregung um Nachrücker und ein ganz neuer Oberbürgermeister: Die Erlanger Wahl hatte es in sich. Nun liegt das amtliche Endergebnis vor. Wir haben das Wichtigste der Abstimmungen zusammengefasst.
27.03.2026 12:23 Uhr

Wer in den vergangenen Tagen immer mal wieder auf der Homepage der Stadt Erlangen die Stimmergebnisse angeschaut und analysiert hatte, stellte schnell fest: In einzelnen Wahlbezirken war plötzlich die Zahl hinter dem Komma anders als noch am Tag zuvor – manchmal nur ganz gering, aber dennoch sichtbar.

Das ist nichts Ungewöhnliches: Bis der Wahlausschuss das endgültige amtliche Ergebnis feststellt, handelt es sich stets um ein vorläufiges Resultat. Bei der erneuten Prüfung werden sämtliche Niederschriften der Wahlvorstände dann noch einmal kontrolliert, Protokolle abgeglichen und Unklarheiten bereinigt. Dadurch kann es zu Verschiebungen kommen, die im Zweifel Mandate beeinflussen.

Zitterpartie ums Nachrücken in den Erlanger Stadtrat

Ein Beispiel dafür ist die SPD‑Politikerin Elisabeth Preuß: Sie galt nach dem vorläufigen Ergebnis als erste Nachrückerin, verlor diesen Platz nach der amtlichen Korrektur jedoch wieder und zieht damit nicht, wie etliche erwartet hatten, in den neuen Stadtrat ein. Dass wenige Stimmen über ein Mandat entscheiden können, zeigt, wie sensibel das Verfahren ist.

Doch nun liegt das amtliche Endergebnis vor: Am Mittwoch, 25. März 2026, hatte der Wahlausschuss der Stadt Erlangen in öffentlicher Sitzung das amtliche Endergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahlen festgestellt. Alle Stimmbezirke wurden noch einmal durch das Wahlamt überprüft, Unstimmigkeiten bereinigt und Berichtigungen vom Wahlausschuss bestätigt, wie das städtische Presseamt mitteilte.

Demnach gaben bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am Sonntag, 22. März, von 82.061 Stimmberechtigten 45.923 ihre Stimme ab. Davon waren 45.704 Stimmen gültig, 219 Stimmzettel ungültig. Jörg Volleth (CSU) erhielt 23.482 Stimmen, der amtierende Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) bekam 22.222 Stimmen, Die Differenz beträgt also 1260 Stimmen. Volleth erhielt so die Mehrheit der gültigen Stimmen und ist damit amtlich gewählter neuer Oberbürgermeister der Stadt Erlangen.

Erlangen: Das war die Stadtratswahl 2026

Auch das endgültige Ergebnis der Stadtratswahl liegt vor. Von 82.294 Wahlberechtigten gingen 52.088 zur Wahl. Dabei konnten die Wählenden bis zu 50 Stimmen vergeben. Die Zahl der gültigen Stimmen belief sich auf 2.324.441, ungültige Stimmzettel gab es 1407.

Die CSU erreichte 703.572 Stimmen und damit 15 Sitze im Stadtrat. Die Freien Wähler/Freie Wählergemeinschaft Erlangen erhielten 87.651 Stimmen und zwei Sitze. Die Alternative für Deutschland (AfD) erhielt 155.203 Stimmen und drei Sitze; sie hatte mit straffällig verurteilten Kandidaten auf ihrer Liste für Wirbel gesorgt.

Bei der Verteilung der Sitze auf die Wahlvorschläge wurde daraufhin berücksichtigt, dass mit Daniel Vobelt ein auf der Liste der AfD dreifach aufgeführter Bewerber nicht wählbar war. Er hatte gemäß Paragraf 45 des Strafgesetzbuches die Fähigkeit verloren, öffentliche Ämter zu bekleiden und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen. Der Kandidat hatte bei Einreichung der Liste allerdings die Wählbarkeit erklärt.

Profitiert hat von der Verschiebung Grünen-Kandidatin Jasmin Fleißgarten von Bündnis 90/Die Grünen/Grüne Liste; sie zieht nun in den Stadtrat ein. Insgesamt erreichten die Grünen 539.679 Stimmen und zwölf Sitze. Die SPD erzielte 440.827 Stimmen und neun Sitze. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) erhielt 78.593 Stimmen und zwei Sitze. Die Freie Demokratische Partei (FDP) kam auf 101.310 Stimmen und zwei Sitze. Die Erlanger Linke (erli) erreichte 217.606 Stimmen und fünf Sitze.

Von den gewählten Stadtratsmitgliedern auf der SPD-Liste lehnte Janik die Annahme des Mandats ab. Seine Nachrückerin ist Sana Al-Maskari. Die Berichtigung ergab für sie 10.333 Stimmen, wodurch sie auf den ersten Nachrückplatz der SPD-Liste vorrückt. Im vorläufigen Ergebnis hatte eben zunächst Preuß den ersten Nachrückplatz auf der SPD-Liste. Auf der CSU-Liste macht Volleth als gewählter Oberbürgermeister einen Platz frei, sein Nachfolger ist Tobias Fey, der auf Listenplatz 24 angetreten war.

Für ihn, seine Stadtratskollegen und -kolleginnen sowie den neuen Oberbürgermeister beginnt die Amtszeit am Freitag, 1. Mai 2026.