Nürnberg - Brücke zu, was nun? Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum lädt zu einer Infoveranstaltung am 30. April ein, bei der es unter anderem um die Frankenschnellwegbrücke über die Südwesttangente gehen soll, die am 18. März überraschend gesperrt wurde.
26.03.2026 19:26 Uhr

Nach der Vollsperrung der Frankenschnellwegbrücke über die Südwesttangente und den Main-Donau-Kanal arbeitet der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) daran, die Auswirkungen auf den Verkehr, den Bauablauf und das Umfeld so gering wie möglich zu halten. Wie die Stadt mitteilt, laufen weitere technische Untersuchungen sowie verkehrliche Prüfungen. Hierzu findet am Donnerstag, 30. April, um 18 Uhr in der Turnhalle des Schulzentrums Südwest, Pommernstraße 10, eine Informationsveranstaltung statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erfahren dort alles zum aktuellen Stand des Gesamtprojekts Hafenbrücken sowie über die nächsten Schritte.

Zur Situation auf der Verkehrsachse Finkenbrunn-Hafenstraße sagt Marco Daume, Technischer Werkleiter von Sör: „Die Behelfsumfahrt wird in den kommenden Wochen so weit fertiggestellt, dass wir sie für den Geradeausverkehr freigeben können. Damit schaffen wir trotz der weiterhin laufenden Arbeiten eine spürbare Entlastung an der Anschlussstelle Nürnberg Hafen-Ost. Der Verkehr wird dort besser verteilt, und wir rechnen in der Folge mit deutlich weniger Stau.“

Stadt Nürnberg untersucht Verkehrsbelastung zu Spitzenzeiten

Die Frankenschnellwegbrücke am Kreuz Nürnberg-Hafen ist aus Gründen der Verkehrssicherheit am Mittwoch, 18. März, vorsorglich für den Verkehr gesperrt worden. Eine Bauwerksprüfung hatte ergeben, dass die Brücke die Verkehrsbelastung nicht mehr sicher aufnehmen kann. Eine Freigabe für den öffentlichen Verkehr ist daher ausgeschlossen, die Brücke wird abgerissen.

Am bestehenden Bauwerk sind weitere Untersuchungen vorgesehen. Zur Beobachtung möglicher weiterer Veränderungen unter Eigenlast wird ein Monitoringsystem installiert. Ziel ist es, den Verkehr unter der Brücke –also auf dem Main-Donau-Kanal und der Südwesttangente– weiterhin aufrechterhalten zu können. Darüber hinaus bleibt der bereits enge Prüf- und Kontrollrhythmus für das schadhafte Bauwerk bestehen.

Die Stadt untersucht die verkehrliche Situation insbesondere in den morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten. Die bestehende Beschilderung wird angepasst. Geprüft wird, an welchen Knotenpunkten die Ampelprogramme im Hinblick auf veränderte und teils deutlich stärkere Verkehrsströme optimiert und ob eine schnell realisierbare, übergangsweise Auffahrtsmöglichkeit von der Hafenstraße auf die A73 in Fahrtrichtung Feucht geschaffen werden können.

Auch eine stärkere Verkehrslenkung über die Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Süd mit einer Anpassung der Ampelanlage an der Kreuzung Wiener Straße/Marthweg wird untersucht. Für das Projekt Hafenbrücken wird zudem ein Verkehrsgutachter beauftragt, der die Situation insbesondere mit Blick auf den Beginn der Bauarbeiten entlang der Achse Hafenstraße bewerten soll.

Die Behelfsumfahrt an der Hafenstraße wird in den
Die Behelfsumfahrt an der Hafenstraße wird in den kommenden Wochen so weit fertiggestellt, dass sie für den Geradeausverkehr freigegeben werden kann. Trotz der weiterhin laufenden Arbeiten soll damit eine spürbare Entlastung an der Anschlussstelle Nürnberg Hafen-Ost erzielt werden. © Christian Höhn

Die Abläufe des Projekts Hafenbrücken werden vor dem Hintergrund der neuen Situation durchdacht. Dabei geht es insbesondere um die Bauarbeiten und die Verkehrsführung bis zur Fertigstellung des ersten Brückenüberbaus der neuen Frankenschnellwegbrücke im August 2027. Möglicherweise können Abriss und Neubau der zweiten Brückenhälfte vorgezogen und damit beschleunigt werden. Dabei sind unter anderem Fragen der Bauabläufe und Kapazitäten, möglicher Mehr- oder Minderkosten sowie der Finanzierung zu klären, da bei einer Beschleunigung Mittel früher abfließen würden. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Stromversorgung des Nürnberger Südens durch die N-Ergie.