Nürnberg - Der Tiergarten Nürnberg schließt sein Tapirhaus - zumindest für die nächsten Tage. Freudiger Anlass ist ein quicklebendiges, frisch geborenes Jungtier bei den Schabrackentapiren, das sich in Ruhe an seine Eltern und sein Umfeld gewöhnen soll.
26.03.2026 16:56 Uhr

Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den stark gefährdeten Schabrackentapiren (Tapirus indicus). Wie die Stadt vermeldet, ist das Jungtier am Mittwoch, 25. März, zur Welt gekommen. Damit Mutter und Nachwuchs sich in Ruhe aneinander gewöhnen können, bleibt das Tapirhaus in den kommenden Tagen geschlossen.

„Das Jungtier macht einen kräftigen Eindruck, es trinkt gut und läuft schon viel herum“, sagt Kuratorin Diana Koch. Noch ähnelt seine braun-weiße Zeichnung der heimischer Wildschwein-Frischlinge. Doch die für die Art typische weiße Zeichnung in Form einer Satteldecke auf dem Rücken ist bereits deutlich erkennbar: die sogenannte Schabracke. Das nun geborene Jungtier ist das zweite von Indy und dem Männchen Morse, die beide seit 2021 im Tiergarten leben.

Nürnberger Tiergarten trägt zum Erhalt der gefährdeten Tierart bei

Palita, der erste Nachwuchs der beiden, zog im November 2025 in den Zoologischen Garten Ústí in Tschechien um. Der Tiergarten Nürnberg führt seit 1992 das Zuchtbuch für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP des Europäischen Zooverbandes EAZA für die Art. „Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Schabrackentapir als stark gefährdet ein“, sagt Diana Koch, verantwortlich für das Zuchtbuch. „Die Zucht der Art in Zoos ist daher ein wichtiger Baustein, um sie zu erhalten. Insbesondere deswegen freuen wir uns sehr über das Jungtier.“

Die Lebensräume der in Thailand, Myanmar, Malaysia und Sumatra lebenden Tiere stehen wegen großflächiger Abholzung von Wäldern und dem Bau von Straßen massiv unter Druck. Wilderei bringt die Art zusätzlich in Bedrängnis. Schabrackentapire sind die einzigen noch lebenden asiatischen Vertreter der Tapire. Die anderen drei Tapirarten sind in Mittel- und Südamerika beheimatet. Tapire sind mit Nashörnern und Pferden verwandt und gelten als „lebende Fossilien“.

Der Tiergarten wird über seine Homepage, die Social Media-Kanäle und die Info-Monitore vor Ort informieren, sobald das Tapirhaus wieder öffnet.