Fürth - Apothekerverbände fordern seit Jahren eine Honoraranpassung, bisher ohne Erfolg. Immer wieder geraten Apotheken daher finanziell an ihre Grenzen und müssen schließen. Nun wollen sie mit einem Protesttag auf ihre Probleme aufmerksam machen.
23.03.2026 08:49 Uhr

Am Montag, 23. März, bleiben die Apotheken in Fürth geschlossen. Nur eine Notversorgung ist gewährleistet. Grund ist ein bundesweiter Protesttag, zu dem die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) aufgerufen hat. Auch Fürth beteiligt sich, wie der hiesige Branchensprecher Paul Schmitz von der Ronhof-Apotheke angekündigt hat. Demnach haben am Montag alle Apotheken im Stadtgebiet geschlossen, Teile der Belegschaft fahren währenddessen zur zentralen Kundgebung für Süddeutschland nach München. Auch in Berlin, Düsseldorf und Hannover wird demonstriert.

Um eine Notversorgung zu gewährleisten, bleibt die Kleeblatt-Apotheke in der Hirschenstraße geöffnet, die an diesem Tag Notdienst hat. Weitere notdiensthabende Geschäfte in der Umgebung sind online unter www.blak.de/notdienst aufgelistet, auch über die Nummer 0800 0022833 erhält man dazu Auskunft.

Apotheken in Fürth bleiben wegen Protesttag geschlossen

Hintergrund des Protests ist die finanzielle Situation in der Branche. Bei verschreibungspflichtigen Fertigarzneimitteln wie Antibiotika verdienen Apotheken ihr Geld nicht über den freien Verkauf, sondern über ein von der Politik festgelegtes Honorar. Dieses sogenannte Fixum von aktuell 8,35 Euro wurde allerdings seit 13 Jahren nicht angehoben, obwohl die Ausgaben für den Betrieb - etwa für Strom oder Personal - deutlich gestiegen sind. Zahlreiche Apotheken mussten daher laut ABDA in den vergangenen Jahren aufgeben, Schmitz spricht von über 4000 Schließungen seit 2013. „Auch in Fürth hat in den letzten Jahren jährlich eine Apotheke geschlossen.“

Die ABDA fordert daher eine Erhöhung des Fixhonorars auf 9,50 Euro. „Seit Jahren weisen wir die Politik auf unsere Forderungen und Probleme hin, außer Lippenbekenntnissen passiert aber nichts“, so Schmitz. „Wir leisten Nacht- und Notdienste und stellen individuelle Rezepturen her, das geht nur, wenn wir dafür auch adäquat vergütet werden.“ Der Protest soll dabei helfen, die Erhöhung durchzusetzen und das Apothekensterben einzudämmen.