Nürnberg - Rali Guemedji und ihr Verein „Fi Bassar“ haben in Afrika schon ein Kinderkrankenhaus gebaut. Nun ist die umtriebige Nürnberger Krankenpflegerin von der Stadt mit dem Frauenpreis ausgezeichnet worden.
20.03.2026 16:47 Uhr

Togo ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Doch ein kleiner Verein aus Nürnberg leistet dort Großes. Er macht das Leben für die Menschen in dem Ort Bassar seit Jahren besser. Zu verdanken ist das vor allem Rali Guemedji. Sie arbeitet als Krankenpflegerin im Nürnberger Klinikum und hat „Fi Bassar“ gegründet. Schon mehr als ein halbes Dutzend Mal hat sie Reisen in ihr Heimatland organisiert, an denen medizinisches Personal teilnimmt, um Medikamente und Medizintechnik vor Ort zu bringen und zu helfen.

Doch dabei ist es nicht geblieben. Inzwischen haben Rali Guemedji und ihre Mitstreiter ein Kinderkrankenhaus in Togo eröffnet. Es ist das Ergebnis intensiver Arbeit, vor allem der Krankenpflegerin. Nun hat die Stadt Nürnberg entschieden, Guemedji dafür mit dem Frauenpreis zu ehren. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält sie „für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz zur Verbesserung der Lebens-, der Gesundheits- und der Bildungschancen von Frauen und Mädchen in Bassar in Togo“, heißt es in einer Mitteilung.

Nürnbergs OB Marcus König voll des Lobes: „Sie ist ein echtes Vorbild“

Rund 350 Gäste haben bei der Ehrung im voll besetzten Historischen Rathaussaal teilgenommen. Rali Guemedji hat eben bei vielen Menschen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch beim Oberbürgermeister. „Sie ist ein echtes Vorbild und eine Frau, die mit großer Energie ihre Ziele erreicht“, sagt Marcus König. Die Kinderklinik und die partnerschaftlichen Projekte seien sichtbare Erfolge, die das Leben vieler verbessern. Für den Rathauschef ist sie ein „Vorbild für unsere Stadtgesellschaft“. Aufgrund des nachhaltigen und beharrlichen Engagements habe sich die Jury einstimmig für sie entschieden.

Der Oberbürgermeister überreichte gemeinsam mit der städtischen Frauenbeauftragten, Hedwig Schouten, die Auszeichnung. „Rali Guemedji setzt sich mit großer Beharrlichkeit für die Gesundheit der Menschen ein. Zusammen mit den Frauen, die heuer den Anerkennungspreis aus dem Bereich Umweltschutz erhalten haben, entsteht ein starkes Zusammenspiel von Gesundheit, Umwelt und Bildung.“

Anerkennungspreis zum Thema Umweltschutz für fünf weitere Nürnbergerinnen

Insgesamt hat die Stadt hier die Leistung von fünf Frauen gewürdigt, die die Zukunft gestalten und die Grundlage für echte Teilhabe schaffen. Den gemeinsamen, mit 1.000 Euro dotierten Anerkennungspreis erhielten Bettina Cordes für den Einsatz zum Schutz der Fledermäuse, Nanette Lehner und Heidi Stafflinger für ihre Arbeit als Naturschutzwächterinnen - Letztere ist zudem Schäferin und Botschafterin für Biodiversität - und Bettina Uteschil für ihre Verdienste um die Umweltbildung und ihren Einsatz gegen Lichtverschmutzung.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Musikerin Ki‘Luanda, die mit ihrer Mischung aus Soul, Power und Groove für besondere Atmosphäre sorgte. Die Laudatio im Poetry-Slam-Format hielt Maron Fuchs. Das Gespräch mit Frauenpreisträgerin Rali Guemedji führte die stellvertretende Frauenbeauftragte Michelle Fowinkel-Sendlbeck.

Ziel des alle zwei Jahre verliehenen Frauenpreises ist es, ein starkes Zeichen für Engagement, Solidarität und die nachhaltige Stärkung von Frauen und Mädchen in Nürnberg und der Region zu setzen.