
Die letzten Playoff-Spiele gegen die Profi-Mannschaft des Roll- und Eissportclubs Bremerhaven hätte man in Nürnberg gerne vergessen. 1:3 in Bremerhaven, 2:4 zu Hause in der eigenen Arena und schon war die schönste Zeit des Jahres 2023 für die Ice Tigers schon wieder vorbei. Ereignisloser kann man kaum scheitern, drei Jahre später scheint sich die Geschichte zu wiederholen.
Mit 0:4 (0:1, 0:1, 0:2) haben die Ice Tigers das erste von maximal drei Spielen verloren. Mit einem weiteren Sieg können die Fischtown Pinguins schon am Freitag (19.30 Uhr) in Nürnberg ins Viertelfinale einziehen - und die Saison der Mannschaft von Mitch O‘Keefe beenden.
Brett Murray kehrt für die Nürnberg Ice Tigers zurück aufs Eis
Dass am Montag auch Brett Murray den Bus Richtung Nordsee bestiegen hatte, sorgte bei den Fans der Ice Tigers zumindest digital für Euphorie. Am Dienstag stand der große Kanadier mit den feinen Händen tatsächlich wieder auf dem Eis, drei Wochen nachdem es so ausgesehen hatte, als hätte ein Check eines Schwenningers seine Saison vorzeitig beendet. Somit waren nur Constantin Braun und Jake Ustorf nicht einsatzbereit, Mitch O‘Keefe hatte völlig neue Möglichkeiten und nutzte diese auch. Nürnbergs Cheftrainer setzte wie erwartet auf Niklas Treutle im Tor und hatte dadurch die Möglichkeit, neun Importspieler in Angriff und Abwehr aufzubieten. Dass er dabei neben Evan Fitzpatrick auch auf Justus Böttner als siebtem Verteidiger verzichtete, war wohl auch eine Vorsichtsmaßnahme: Timo Bakos gab dafür den 13. Stürmer, wohl auch für den Fall, dass Murray doch nicht bereit war. Auf der anderen Seite meldete sich mit Miha Verlic ein weiterer wichtiger Spieler nach dem Warmspielen ab, Jan Urbas war ebenfalls nicht dabei.
Schon im ersten Drittel aber war zu erkennen, dass die Pinguins unter der Anleitung von Alexander Sulzer nicht von Einzelspielern abhängig sind. Während die Ice Tigers große Probleme hatten, den Puck präzise von einem zum anderen Spieler zu bekommen, wurden die Aktionen der Gastgeber von Zweikampf zu Zweikampf sicherer. Erste Einzelleistungen parierte der aufmerksame Treutle. Aber als sich Owen Headrick im eigenen Drittel den Puck im Aufbau klauen ließ, war der Nürnberger Torhüter gegen den Schuss von Ross Mauermann machtlos (15.). Offensiv nahmen die Gäste erst mit Beginn des zweiten Drittels teil. Für Nürnberg wurden mehr Schüsse gezählt, die größte Chance aber hatte Bremerhaven nach einem grandiosen Rückhandpass von Fabian Herrmann - den Abschluss besorgte Nico Krämmer (37.).
Nürnbergs Leistungsträger leisten sich zu viele Fehler
Die Ice Tigers aber steigerten sich weiter, übernahmen nach dem zweiten Seitenwechsel die Kontrolle, kamen durch Cole Maier und Sinan Akdag zu Großchancen - und kassierten nach einem langen Pass erneut durch Mauermann das 0:3 (44.). Danach konnte sich Bremerhaven vollends aufs Verteidigen konzentrieren. Bei Nürnberg leisteten sich vor allem Leistungsträger wie Headrick und Evan Barratt zu viele Fehler für die Chance auf ein Comeback.
Hoffnung macht die Geschichte: 2019 zogen die Ice Tigers ins Viertelfinale ein - nach einem Sieg in Bremerhaven.
Info
Nürnberg: Treutle; Karrer/Headrick, Akdag/Haiskanen, M. Weber/J. Weber – Spezia/Graber/Barratt, Heigl/Meireles/Murray, Dove-McFalls/Maier/Gerard, Eham/Kechter/Alanov, Bakos. – Tore: 1:0 Mauermann (14:47), 2:0 Krämmer (36:11), 3:0 Mauermann (43:55), 4:0 Smith (xx. – Schiedsrichter: Rohatsch/MacFarlane. – Zuschauer: 4767. – Strafminuten: 6 – 4.



13 Kommentare
Nick80
Insgesamt waren wir fast chancenlos. Alle Tore von Bremerhaven aufgrund von individuellen Fehlern, vorne viel zu harmlos, von Play-off Hockey habe ich wenig bis gar nichts gesehen. Und wieder mal ein katastrophales Überzahlspiel.
Und wie wird der Freitag ablaufen? Wir werden loslegen wie die Feuerwehr, den Goalie mit Schüssen eindecken, vielleicht auch 1:0 in Führung gehen und am Ende wird es trotzdem nicht reichen, da wir hinten einfach zu anfällig sind. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Freue mich trotzdem auf den Freitag in der Arena :-)
18.03.2026 19:34 Uhr