
Der ohnehin schon große Druck auf die Tigerenten der Lauf/Heroldsberg ist zwei Spieltage vor Ende der Saison noch größer geworden. Der natürlich nicht sehr realistische, aber doch irgendwo erhoffte Sensationserfolg im Gastspiel beim Tabellenführer ist ausgeblieben. Dazu hat auch noch die Konkurrenz im Abstiegskampf gepunktet. Will der Regionalligaabsteiger nicht eine weitere Liga nach unten durchgereicht werden, zählen in den verbleibenden beiden Spielen jetzt nur noch Siege für die HSG.
Dabei hat sich die HSG Lauf/Heroldsberg beim Gastspiel gegen die U19 des HC Erlangen mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. Nicht zuletzt, wenn man sich an die 23:34-Packung aus dem Hinspiel erinnert. Gegen die praktisch deckungsgleiche Mannschaft der Bundesliga-A-Jugend des HC Erlangen – amtierender deutscher Meister – mussten sich die „Tigerenten“ diesmal am Ende nach wackerem Kampf nur mit 38:33 (20:13) geschlagen geben.
Punktemäßig bleiben beide Begegnungen zwar somit Nullnummern, doch immerhin konnten die Tigerenten diesmal ein Stück Selbstvertrauen für die beiden abschließenden Saisonspiele sammeln, die aller Voraussicht nach beide gewonnen werden müssen, um den Klassenerhalt zu sichern.
Dabei war bereits vor dem Gastspiel in Erlangen klar, dass gegen den übermächtigen Gegner für die HSG nahezu alles perfekt hätte laufen müssen, um für eine Sensation zu sorgen. Denn der HC Erlangen hatte seine Spiele in den vergangenen Wochen regelmäßig mit mehr als 20 Toren Unterschied gewonnen. Am Ende unterliefen den Tigerenten ein paar kleine Fehler zu viel, um wirklich an der großen Überraschung zu schnuppern.
Mit einem Quäntchen mehr Glück wäre zur Halbzeit ein engerer Spielstand möglich gewesen. Doch trotz deutlich reduzierter Fehlerquote bei den Tigerenten wurde jede kleine Ungenauigkeit von den schnellen Erlanger Youngsters umgehend mit einem Gegenstoßtor bestraft. So stand trotz hervorragender Deckungsarbeit im Positionsangriff und einer tadellosen kämpferischen Einstellung nach 30 Minuten ein 20:13-Rückstand auf der Anzeige.
Doch an diesem Tag zeigte sich, dass auch in der Offensive bei den Tigerenten wieder vieles zusammenpasst. Die Mannschaft ließ sich nicht abschütteln, setzte immer wieder Nadelstiche und brachte die Gastgeber phasenweise sichtlich aus dem Konzept. Die Erlanger wirkten irritiert von der verbissenen Gegenwehr und leisteten sich nun selbst einige Fehler.
Angeführt vom bärenstarken Rückkehrer Chris Stöckl kämpften sich die Lauf-Heroldsberger Tor um Tor heran und waren beim 30:26 in der 48. Minute tatsächlich wieder auf Tuchfühlung. In dieser Phase vergaben die Tigerenten jedoch zweimal die Chance, auf drei Tore zu verkürzen und die Partie endgültig wieder offen zu gestalten.
So setzte sich letztlich die breite Bank der Erlanger durch, die den Sieg am Ende souverän über die Zeit brachten. Dennoch kann die HSG Lauf/Heroldsberg auf diese Leistung aufbauen. Das Team präsentierte sich geschlossen – was sich auch in der recht gleichmäßig besetzten Torschützenliste widerspiegelt – und bestätigte damit den positiven Trend der vergangenen Wochen.
Doch weil die HSG-Konkurrenten in der Tabelle punkteten, kommt es an den letzten beiden Spieltagen zum absoluten Showdown im Abstiegskampf. In der Liga befindet sich aktuell noch jedes Team ab Platz sechs mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Die Tigerenten stehen mit zwei Punkten Rückstand unter dem Strich.
Das erste der beiden „Endspiele“ für die HSG steht bereits am Samstag, 21. März, an. Dann empfängt die HSG Lauf/Heroldsberg im Haberloh die bereits gesicherte SG Helmbrechts/Münchberg. Dabei zählt für die Tigerenten nur ein Sieg, um dann im finalen Spiel gegen Marktsteft noch Aussicht auf den Klassenerhalt zu haben.
HSG Lauf/Heroldsberg: Max von Borstel, Nico Teichert 1 (beide Torwart), Grigorios Xanthakis 2, Milan Stancic 3, Dominik Reisinger 5, Konstantin Scholz 2, Anton Kallmeier 5, Tim Meier 1, Christian Stöckl 7, Valentin Weigl 3, Felix Ehler 1, Ralf Schneider 3.