Berlin - Der HC Erlangen gerät in der Hauptstadt mächtig unter die Räder. Das Tempo des Meisters und Mathias Gidsel überfordern ersatzgeschwächte Gäste gewaltig. Eine haushohe Niederlage kann der HCE beim 29:45 gegen die Füchse Berlin dadurch nicht vermeiden.
15.03.2026 20:00 Uhr

Nach der brutalen Niederlage wirkten sie beim HC Erlangen mächtig benommen. Dass es gegen die Füchse Berlin eine Menge brauchen würde, um die Tür für einen sensationellen Punktgewinn einen Spalt zu öffnen, wusste der HCE, bevor das Unheil in Berlin beim 29:45 (15:23) über ihn hinwegbrauste. Knallhart war die Herausforderung in der Max-Schmeling-Halle rasch. Marek Nissen, Florian Scheerer und Yannik Bialowas scheiterten an Dejan Milosavljev. Nachdem Viggó Krisjánsson gegen den Füchse-Keeper das 2:4 erzielt hatte (5.), konnte Erlangen kurz durchatmen.

Vorbei war die Verschnaufpause, als Milosavljev dem Topscorer des Tabellendreizehnten in einem erneuten Siebenmeter-Duell einen weiteren Treffer verweigerte und auch Marek Nissens Wurf entschärfte. Herangearbeitet hatte sich der HCE in der Hauptstadt, als Kristjánsson der ersten Ghedbane-Parade das 6:8 folgen ließ (12.). Nach einer Viertelstunde war nahe des Mauerparks noch nichts kaputtgegangen für den HCE - und eine Auszeit von Johannes Sellin zu Erholungszwecken trotzdem wichtig.

„Wenn sie die Tür aufmachen, nehmen wir gerne etwas mit“, hatte der HCE-Coach nach dem Heimsieg gegen Minden erklärt. Dass der einstige Füchse-Spieler zur Kenntnis nehmen musste, wie die Tür mit rasender Geschwindigkeit nun zuging, galt dennoch. Milosavljev, der auch mit dem Hintern parierte, ließ die Gäste-Werfer weiter verzweifeln. Nissens Wurf in den Winkel verschleierte Erlangens sinkende Wurfquote etwas. Der HCE verlor im Schlagabtausch die Schlagdistanz. Mathias Gidsel und Tim Freihöfer schraubten die Führung des Meisters im Expressmodus nach oben. Kurz nachdem der Ball nach einem Scheerer-Wurf auf der Linie kleben geblieben war, war Pause - und der HCE mit 15:23 im Hintertreffen.

Super-Fuchs Gidsel trifft trotz Wackelkontakt - Erlangens Personalnot schlägt durch

Milosavljevs zwölfte Parade kündigte nach der Pause an, dass die Vollklatsche klarere Konturen bekommen würde. Als Vize-Europameister Nils Lichtlein zum 26:16 getroffen hatte (36.), galt es längst, einen blamablen Spielausgang gegen hochmobile Hausherren zu vermeiden und den Rückstand unter die Zehn-Gegentore-Marke zu pressen. Ersatzgeschwächten Erlangern, denen mit den angeschlagenen Christoph Steinert und Maciej Gebala sowie dem verletzten Christopher Bissel wichtige Spieler fehlten, gelang das nicht, obwohl Tim Gömmel selbstsicher traf und sich der junge Finn Schultz über ein Bundesliga-Tor freuen durfte. Super-Fuchs Gidsel traf trotz Wackelkontakt mit dem Hallenboden. Der HCE war hinten völlig überfordert. Es ging mächtig dahin für Gäste, die gewaltig in den Seilen hingen und sich auf das Ende eines brutalen Abends freuen mussten.


Info

HC Erlangen: Ghedbane, Herceg; Gömmel 7, Nissen 5, Kristjánsson 3/2, Rúnarsson 3/2, Øverjordet 2, Scheerer 2, Firnhaber 2, Metzner 2, Bialowas 1, Schultz 1, Buck 1, Kos.