Frankfurt - Nach der Saison geht es für die Nürnberg Ice Tigers an der Nordseeküste weiter. Die Playoff-Serie gegen die Fischtwon Pinguins könnte spannend werden - wenn die Mannschaft von Mitch O‘Keefe die richtigen Lehren aus dem Sieg in Frankfurt zieht.
15.03.2026 16:34 Uhr

Die Entscheidung fiel in der Bundeshauptstadt: Mit einem erstaunlich souveränen Sieg gegen den zuletzt so formstarken EHC Red Bull München qualifizierten sich die Eisbären Berlin direkt für das Playoff-Viertelfinale und vermied damit eine Dienstreise nach Nürnberg. Dagegen sind es die Fischtown Pinguins, die zwar die Eislöwen Dresden mit einem 6:1 in die DEL2 schickten, aber dennoch den Umweg über die erste Playoff-Runde nehmen und am Dienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) in Bremerhaven die Ice Tigers empfangen. Eher irrelevant war das 4:3 (2:0, 2:2, 0:1) dieser Ice Tigers in Frankfurt - allerdings nur für die Tabelle nach 52 Spieltagen.

Nach dem 4:6 gegen Bremerhaven am Freitag hatte Mitch O‘Keefe gefordert, die Punkterunde mit vollem Einsatz zu beenden. In der Geschichte dieses Klubs waren diese Ansagen von Cheftrainern nicht immer erhört worden („Die Arena muss beben!“). Nach dem schwachen Wiederbeginn nach der Olympia-Pause, öffentlicher und interner Kritik aber konnten und wollten sich die Ice Tigers kein Nachlassen mehr leisten. Für das Wiedersehen mit den Fischtown Pinguins (am Dienstag in Bremerhaven und am Freitag um 19.30 Uhr zu Hause) holte sich die Mannschaft um den neuen DEL-Topscorer Evan Barratt in wichtigen Aspekten des Spiels Selbstvertrauen.

Die Nürnberg Ice Tigers steigern sich selbstverschuldet im Unterzahlspiel

Nicht nur ob des allenfalls unglücklichen Auftritts von Evan Fitzpatrick am Freitag wechselte O‘Keefe den Torhüter: Ob die tadellose Leistung von Niklas Treutle (21 Paraden) reicht, um das Trainerteam von einem Einsatz am Dienstag an der Nordseeküste zu überzeugen, bleibt eine der beiden offenen Fragen vor Beginn der Playoff-Serie. Verteidiger Cody Haiskanen gab in Frankfurt ein ordentliches Comeback nach einer Verletzung. Dass auch der potenziell torgefährliche Brett Murray in Bremerhaven wieder auflaufen kann, schließen die Ice Tigers zumindest nicht aus.

Wichtig war die Bilanz bei ungleichem Spielerverhältnis: Barratt (11. Minute) und Samuel Dove-McFalls (36.) nutzten zwei der drei Power-Play-Möglichkeiten. Im zweiten und dritten Drittel sorgten die Ice Tigers dann selbst dafür, dass sie noch sieben Gelegenheiten hatten, ihr oftmals und auch zuletzt so durchlässiges Unterzahlspiel zu verbessern. Allein Linus Fröberg bestrafte eines der eher ungestümen Fouls (32.). Vor allem in der Schlussphase gaben die Defensive und Treutle den Frankfurtern keine echte Chance auf ein spätes Comeback. Wichtig waren auch die Treffer von Thomas Heigl (9.) und Timo Bakos (25.). Die aufsteigende Form vieler Stürmer nimmt den Druck von jeder Formation, die Barratt aufs Eis führen wird.