Nürnberg - Die Fischtown Pinguins wollen sich in der nächsten Woche eher nicht mit den Ice Tigers in der ersten Playoff-Runde messen. Doch genau diese Paarung ist wahrscheinlich. Nach dem spektakulären Nürnberger 4:6 darf man sich darauf uneingeschränkt freuen.
15.03.2026 11:27 Uhr

Christian Rupp, der Arena-Sprecher, bat die Eismeister auf die Spielfläche - um das Blut zusammenzukratzen. Derweil fuhr Tyler Spezia unter dem Jubel der Südkurve in die Kabine - um sich dort im Gesicht nähen zu lassen, diskutieren die Hauptschiedsrichter das Strafmaß, redete Mitch O‘Keefe leidenschaftlich auf einen Linienrichter ein. Und das war nur die Beschreibung des Wimmelbilds, nachdem das Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins in der 25. Minute eskaliert war.

Alles, wirklich alles, was sich Fans mit unterschiedlichem Interesse an diesem Spiel wünschen können, bot dieser Eishockey-Abend in Nürnberg: Kurz nachdem MagentaSport in der Übertragung einen Zusammenschnitt der besten Torhüter-Paraden der Saison gesendet hatte, sabotierte Kristers Gudlevskis die Abstimmung - die Windmühlen-Parade des Bremerhavener Torhüters gegen Cole Maier dürfte immerhin nicht mehr zu übertreffen sein (9. Minute). Das inspirierte offenbar Charlie Gerard zu einer späten Einsendung für das Tor des Jahres - sein 2:1 gegen die komplette Fünf der Gäste war wunderschön (22.). Auch jene Besucher, die es von den Sitzen reißt, wenn sich zwei Männer das Gesicht blutig schlagen, sind zufrieden nach Hause gegangen. Und dann war da noch dieser Pass von Will Graber.... Aber, Moment, ja, ein Ergebnis hatte dieser Vorgeschmack auf die kommende Woche auch: Nürnberg verlor 4:6 (1:1, 2:2, 1:3).

Die Nürnberg Ice Tigers haben ihr sicheres Heimspiel am Freitag

Trainern und Spielern beider Mannschaften war schon vor dem Eröffnungsbully bewusst, wie wahrscheinlich ein Wiedersehen in einer kurzen Playoff-Serie war. Und genau so spielten sie auch. Die Ice Tigers legten ein Tempo vor, das zu Großchancen von Maier, Spezia und Roman Kechter führte. Bremerhaven antwortete mit Intensität und Provokationen, wie sie in dieser Sportart als legitim gelten. Aus Matthew Abts zweitem Versuch, einen Nürnberger zum Boxen zu überreden, entstand der Fight zwischen Maxim Rausch und Spezia - wobei die Linienrichter den Bremerhavener lange gewähren ließen. Der Ausgleich durch Miha Verlic entstand aus einem Abpraller von Evan Fitzpatrick (16.). Auf Gerards erstes Traumtor und Will Grabers Power-Play-Treffer (26.) folgten zwei Geschenke: CJ Smiths 3:2 wurde durch ein klares Foul an Julius Karrer ermöglicht (27.), Christian Wejses Ausgleich entstand aus einer klarem Abseitsstellung (32.).

Grabers sensationellen Steilpass nutzte Gerard sehenswert zur erneuten Führung (42.), Verlic‘ Ausgleich (44.) und Abts 4:5 (51.) offenbarten Nürnbergs Defensivschwächen. Nino Kinders 4:6 fiel kurz nachdem Mitch O‘Keefe Torhüter Fitzpatrick vom Eis genommen hatte (59.). Nürnberg bleibt damit auch über das Spiel am Sonntag (14 Uhr) in Frankfurt hinaus Zehnter, startet am Dienstag definitiv auswärts in die Playoffs und hat am Freitag sicher ein Heimspiel. Bremerhaven kann als Siebter einer Serie gegen die Ice Tigers noch entkommen - was allerdings schade wäre.


Info

Nürnberg: Fitzpatrick; Headrick/Karrer, J. Weber/M. Weber, Böttner/Akdag – Barratt/Graber/Spezia, Gerard/Maier/Dove-McFalls, Bakos/Meireles/Heigl, Alanov/Kechter/Eham. – Tore: 1:0 Alanov (14:09), 1:1 Verlic (15:13), 2:1 Gerard (21:43), 3:1 Graber (25:22/5-4), 3:2 Smith (26:30), 3:3 Wejse (31:48), 4:3 Gerard (41:01), 4:4 Verlic (43:44), 4:5 Abt (50:45), 4:6 Kinder (58:02/EN).- Schiedsrichter: Rohatsch/MacFarlane. – Zuschauer: 7672 (ausverkauft). – Strafminuten: 11 – 17.