Wassertrüdingen - In der Nacht auf Donnerstag trat Gärsubstrat aus einer Biogasanlage im Wassertrüdinger Ortsteil Obermögersheim aus. Der Vorfall führte zu erheblichen Umweltschäden, da die Flüssigkeit in einen Fischweiher und umliegende Gewässer gelangte.
15.03.2026 11:31 Uhr

Ein schwerwiegender Austritt von Gärsubstrat aus einer Biogasanlage im Wassertrüdinger Ortsteil Obermögersheim hat zwischen Mittwochabend, 11. März, um 22 Uhr und Donnerstagmorgen, 12. März, um 7 Uhr zu massiven Umweltschäden geführt. Das berichtet die Polizeiinspektion Dinkelsbühl.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde am Vorabend ein Absperrschieber an der Anlage nicht ordnungsgemäß geschlossen, woraufhin eine große Menge des Substrats unkontrolliert austrat. Obwohl der vorgesehene Havariewall die Flüssigkeit zunächst auffing, sickerte das Substrat durch eine bislang unbekannte Öffnung im Boden durch und fand seinen Weg in die umliegende Kanalisation sowie in Bäche und Gewässer.

Graben Gärsubstrat Biogasanlage
In dem Graben neben der Halle hat sich Gärsubstrat gesammelt. © FFW Gunzenhausen

Die ökologischen Folgen sind beträchtlich: Das belastete Wasser gelangte in einen nahegelegenen Fischweiher, dessen Fischbestand daraufhin verendete. Der Weiher musste durch die Einsatzkräfte der hinzugerufenen Freiwilligen Feuerwehr abgepumpt werden. Die Feuerwehr war zudem damit beschäftigt, die betroffenen Bachläufe abzupumpen und das Gemisch kontrolliert und weiträumig auf umliegende Felder zu verteilen, um das Ökosystem zu entlasten.

Fischsterben in Obermögersheim: Polizei ermittelt wegen Umweltdelikten

Untersuchungen durch Fachbehörden dauern an, Spezialisten des Wasserwirtschaftsamtes sowie des Landratsamtes Ansbach waren bereits vor Ort, um diverse Wasserproben zu entnehmen und die Anlage zu begutachten. Um das Leck im Wall präzise lokalisieren zu können, muss dieser vollständig ausgepumpt werden. Die Polizei hat Ermittlungen zur Ursachenerforschung hinsichtlich einer Gewässerverunreinigung und anderer vorliegender Umweltdelikte aufgenommen.

An dem Großeinsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Obermögersheim, Geilsheim, Unterschwaningen, Wassertrüdingen, Pflaumfeld, Ehingen, Cronheim, Stetten, Gnotzheim und Gunzenhausen beteiligt. Außerdem der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Ansbach, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) im Landkreis Ansbach, das THW Dinkelsbühl, und etliche Landwirte mit Güllefässern aus der ganzen Region.


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