Hersbruck - Bei der großen Durchsuchungsaktion der Polizei Mittelfranken am frühen Mittwochmorgen (11. März) wurden auch Wohnungen in Hersbruck durchkämmt. Die Linke Hersbruck positioniert sich dazu in einer Pressemeldung.
11.03.2026 14:11 Uhr

Wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs hat das Polizeipräsidium Mittelfranken am Mittwochmorgen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Nürnberg durchgeführt. Die Durchsuchungen standen im Zusammenhang mit der Demonstration am 26. April 2025 in Nürnberg. Die Linke Hersbruck äußert sich dazu in einer Pressemeldung.

Knapp 400 Männer und Frauen sind an diesem Tag einem Aufruf des „Team Menschenrechte“ gefolgt und haben sich am Jakobsplatz in Nürnberg versammelt, um von dort durch die Altstadt zu ziehen. Weil sich unter die Gruppe immer mehr Rechtsextreme mischen, haben sich doppelt so viele Menschen den Protestierenden entgegengestellt.

Schwerpunkt der Razzia waren Wohnungen in Mittelfranken

Wie Polizeipressesprecher Michael Konrad bestätigt, wurden nun am 11. März 22 Wohnungen in Mittelfranken, Oberfranken, Schwaben, Niederbayern sowie in Leipzig und Münster in Hessen durchsucht. Konkret sind es in Mittelfranken Wohnungen in Nürnberg, Fürth, Baiersdorf, Hersbruck sowie in Oberfranken in Heroldsbach.

„Die Wohnungsdurchsuchungen beziehen sich auf die Gruppe der Gegendemonstranten“, sagte Polizei-Pressesprecher Michael Konrad. Konkret seien das vor allem Personen aus dem „eher linkspolitischen Spektrum“. Der Anlass der Durchsuchungen sei das Sichern von Beweismitteln, so Konrad.

Gegen 10 Uhr vermeldete das Polizeipräsidium Mittelfranken auf den sozialen Plattformen, dass „bei den Durchsuchungen der Objekte mehrere relevante Gegenstände aufgefunden und sichergestellt wurden“. Unter anderem wurden die Smartphones vieler Betroffener vorübergehend gesichert. Gegen 11 Uhr waren die Durchsuchungen weitgehend abgeschlossen.

Das Polizeipräsidium vollzog die gerichtlichen Anordnungen in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Zahlreiche Einsatzkräfte waren im Einsatz, unter anderem Kräfte des Unterstützungskommandos (USK).

Die Linke Hersbruck kritisiert „sehr hartes Vorgehen der Polizei“

Die Linke Hersbruck solidarisiert sich in einer Pressemitteilung mit den Betroffenen. Darin heißt es, dass friedliche Gegendemonstranten, die sich dem „Team Menschenrechte“ entgegenstellten, regelmäßig mit dem „sehr harten Vorgehen der Nürnberger Polizei“ konfrontiert seien. „Im September kam es dabei beispielsweise zu schweren Verletzungen unter anderem durch Polizeipferde, die von Beamt/innen in eine Gruppe Gegendemonstrant/innen gesteuert wurden. Das habe ich selbst als Augenzeuge miterlebt“, wird Reinhard Prechtl von Die Linke Hersbruck zitiert.

Dieses Vorgehen als auch die Wohnungsdurchsuchungen sollen Gegendemonstranten einschüchtern, heißt es weiter. „Protest gegen Rechtsextremist/innen ist aber notwendig und legitim, er darf nicht durch Polizeibehörden behindert werden“, wird Katja Götz, neue Stadträtin in Hersbruck, in der Pressemeldung zitiert. „Nun sind auch Hersbrucker Antifaschist/innen davon betroffen“, sagt sie.