
Die Blue Note Big Band aus Postbauer-Heng „Goes Reitstadel Neumarkt“, hieß es kürzlich. Das Motto hieß: „Four Styles – One Sound“ und versprach und lieferte nicht nur Big-Band-Klang in Reinform, sondern eine Reise durch vier Musikwelten. Das Ensemble präsentierte ein Programm, das Jazz, Soul, Rock und Pop miteinander verknüpfte und dem Publikum einen unvergesslichen Abend lieferte. Der Anspruch war beidseitig hoch. Eine Herausforderung für die Band war die Tontechnik.
Für klassische Musik gilt die Akustik im Reitstadel als Weltklasse, für die Tontechniker am Samstagabend waren die richtigen Einstellungen jedoch eine Herausforderung. Warum vier Stile? Ganz einfach, erklärte Moderator Karl Hönig, die Musiker mochten sich auf keinen einzelnen Musikstil einigen. Die Saxophone wollten Jazz, die Trompeten wollten Pop – Hauptsache hoch, die Posaunen wollten einfach nur laut sein und die Rhythmusgruppe wollte am liebsten kompromisslosen Rock. Die Lösung war: Wir machen alles.
Gesang, Soli und Rockmoment im Set
Das Publikum profitierte von der musikalischen Vielfalt. Denn trotz aller Unterschiede gab es etwas alles Verbindendes: den gemeinsamen Sound der „Blue Note Big Band“. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass die Musikerinnen und Musiker hinter ihren voll verkleideten Notenständern kaum zu sehen waren. Umso präsenter zeigten sich Sonja Spangler und Daniel Dorner-Bornschlegel als Gesangssolisten. In der ersten Hälfte des Abends beeindruckten sie mit ihren Stimmen.
Sie sangen atemberaubend „A natural woman“ von Aretha Franklin oder „Fly me to the moon“ von Frank Sinatra. Die musikalische Leitung lag im souverän geführten Taktstock von Dominik Konrad. Er sorgte vor der Pause mit seinem Alt-Saxophon mit „Against all odds“ für einen Hauch von Melancholie. Den Song schrieb Phil Collins nach einer schmerzhaften Trennung. Sein Herzschmerz war aus jeder Note heraus zu spüren.
Finale mit Gefühl und stehenden Ovationen
Mehr Energie, mehr Lautstärke und mehr Schlagzeug füllte den Reitstadel mit „Hard Rock Cafe“. Rock ist der Moment, so Karl Hönig, in dem die Bläser versuchen, so cool zu wirken wie eine E-Gitarre. Sonja Spangler und Daniel Dorner-Bornschlegel sangen sich in einen wahren Flow. Sie performten gemeinsam bis zum nur noch Sekundenbruchteile entfernten Stage Diving, dem gemeinsamen Hechtsprung ins Publikum – keine Vollendung.
Exotischer wurde es mit dem Song der belgischen Band Vaya Con Dios „Nah – Neh – Nah“. Das große Finale mit ganz viel Gefühl spielte die Blue Note Big Band mit dem Lied von John Miles „Music“. „Die ultimative Liebeserklärung an das, was uns heute Abend zusammengeführt hat: „Music was my first love – and it will be my last“!“ Das Publikum im Reitstadel verabschiedete die Sängerin, den Sänger und die Musikerinnen und Musiker der Blue Note Big Band mit stehenden Ovationen.
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