
Kürzlich veranstalteten die WBV Fränkische Schweiz und die Bayerische Forstverwaltung einen Waldpraxistag im Weilersbacher Gemeindewald nahe der Vexierkapelle Reifenberg. 15 Waldbesitzer aus dem Landkreis Forchheim nahmen an der Weiterbildung teil. WBV-Vorsitzender Thomas Sieg begrüßte die Teilnehmer. Den fachlichen Teil übernahm Rainer Koopmann von der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft SVLFG.
Koopmann erläuterte die Holzfällung in komplexen Situationen, etwa bei Rückhängern oder bei komplizierten statischen Verhältnissen. Vor Ort demonstrierte Koopmann verschiedene Lösungsansätze. Er zeigte die Sicherheitsfälltechnik mit Halteband, Fällungen mit Seilwindenunterstützung und den Einsatz eines ferngesteuerten Funkkeils.
Koopmann empfiehlt neun Meter Sicherheitsabstand und finanzielle Förderung für Fällhilfen
Ein zentrales Thema war die Arbeitssicherheit bei der Holzernte. Koopmann erklärte den Teilnehmern: „Drei Schritte zur Seite reichen nicht. Sieben bis neun Meter Abstand ist deutlich sicherer.“ Er informierte außerdem darüber, dass die SVLFG ihre Mitglieder beim Kauf sicherer Fällhilfen finanziell unterstützt.
Zur Veranschaulichung der statischen Kräfte im Baum nutzte Koopmann einen Meterstab. Das Werkzeug verwendete er, um Spannungen im Holz sichtbar zu machen und die Schnittführung zu erklären. Koopmann fasste die Grundregel der sicheren Holzernte zusammen: „Nehmt euch Zeit, beurteilt jeden Baum einzeln und achtet auf saubere Schnittführung.“
Waldförderung und Holzvermarktung bieten Bamberger Waldbesitzern neue Chancen
Förster Daniel Schenk vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg informierte über die neue Waldförderrichtlinie und die erweiterten Fördermöglichkeiten. Er erläuterte den Waldbesitzern, dass durch gezielte Nutzung stabile Mischbestände mit tief wurzelnden Baumarten entstehen, die besser mit Trockenheit und Schädlingen zurechtkommen.
Sascha Mohl und Leonard Armbrecht von der WBV gaben Einblick in die aktuelle Holzmarktsituation. Sie stellten fest, dass für Waldbesitzer derzeit sehr gute Vermarktungsmöglichkeiten für Holz aus Durchforstungen bestehen. Beim Ausklang nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum fachlichen Austausch.
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