Langenzenn - In Langenzenn wird in den kommenden Tagen eine neue Flüchtlingsunterkunft in Betrieb genommen. Dort sollen vor allem Asylbewerber einziehen, die bisher in der Unterkunft Hardhof untergebracht waren. Sie wird geschlossen.
05.03.2026 14:09 Uhr

Langenzenn bekommt eine neue Flüchtlingsunterkunft. Weil der bisherige Standort nahe des Bahnhalts Hardhof nach drei Jahren planmäßig aufgelöst wird, muss ein neues Gebäude her - dieses befindet sich im Gewerbegebiet Mühlsteig, wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Es handelt sich dabei um das ehemalige So-Rex-Firmengebäude. Dort sollen bis zu 119 Plätze für Geflüchtete zur Verfügung stehen, tatsächlich belegt werden die Räume aber wohl nur zu rund 80 Prozent. Das Landratsamt begründet dies mit „praktischen Anforderungen bei der Belegungsplanung und der notwendigen Räume etwa für den Sicherheitsdienst“.

Die neue Unterkunft sei nötig, weil Landkreise und kreisfreien Städte weiterhin dazu angehalten seien, die „auf sie quotenmäßig entfallenden Kapazitäten für die Unterbringung geflüchteter Menschen vorzuhalten“, heißt es. Im Landkreis Fürth versuche man dabei, eine Belegung von Sporthallen für die Unterbringung Geflüchteter zu vermeiden und möglichst nicht in den freien Wohnungsmarkt einzugreifen. Deshalb kam nun die ehemalige Gewerbeimmobilie ins Spiel.

Geflüchtete ziehen in ehemaliges So-Rex-Gebäude in Langenzenn

Einziehen sollen die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner dort ab der kommenden Woche, also ab 9. März. Die Verlegung aus bestehenden Unterkünften wie der am Bahnhalt Hardhof soll nach und nach erfolgen. Darüber hinaus erfolgt die Zuteilung durch die Regierung von Mittelfranken. Die Menschen, die in direkter Nachbarschaft leben, habe man bereits über die kommenden Schritte informiert, so das Landratsamt. Sie konnten sich vorab zusammen mit Vertretern des Stadtrats und der Stadtverwaltung einen Eindruck von dem Gelände machen. Auch Gesprächspartner der zuständigen Behörden seien dabei vor Ort gewesen.

In Zukunft soll ein Sicherheitsdienst in der Einrichtung als „niederschwelliger Ansprechpartner“ zur Verfügung stehen. Organisiert und betreut werde der Standort durch das Team der Unterkunftsverwaltung im Landratsamt. Die Bewohnerinnen und Bewohner können das Angebot der professionellen Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas nutzen, für ehrenamtliche Helfer stehen hauptamtliche Integrationslotsen im Landratsamt zur Verfügung.

Aus welchen Ländern die Geflüchteten kommen, die in der Unterkunft untergebracht werden, ist noch unklar, es sei aber möglich, dass ein Teil davon durch Menschen aus der Ukraine genutzt wird. Die Kosten für die auf drei Jahre angelegte Miete trägt der Freistaat Bayern.

Wer sich ehrenamtlich in der Unterkunft engagieren möchte, kann sich an die Integrationslotsen wenden - und zwar per E-Mail über integration@lra-fue.bayern.de oder telefonisch unter (0911) 9773 1202, -1216, -1217.